Johannes Willi baut 49 Instumente aus Baumarktmaterial

Am Lucerne Festival erklingen über vier Wochen lang die grossen Sinfonien von den berühmtesten Komponisten. Auch Beethovens fünfte Sinfonie wird aufgeführt. Gespielt wird diese von der Lucerne Festival Academy - die Instrumente stammen alle vom Basler Künstler Johannes Willi.

Die Instrumente, welche Johannes Willi gebaut hat, sind ab Freitag Im Kunstmuseum Luzern ausgestellt. Der 32-jährige Künstler hat alle Instrumente die es für die fünfte Sinfonie von Beethoven braucht, nachgebaut. Das Material hat er aus dem Baumarkt. Die Geigen, Bratschen und Kontrabasse sind beispielsweise aus Laubsägeholz. Die Saiten die auf die Instrumente gespannt wurden, sind aus Stahldraht. Die Blasinstumente aus Kupfer.

«Ich kann zu etwas Unperfektem stehen»

Johannes Willi hat keine Originalinstrumente in der Hand gehalten - er hat Bilder aus dem Internet heruntergeladen und sich intuitiv an den Bau der Instrumente gewagt. «Es ist wahrscheinlich ziemlich unverschämt, in unserer Zeit etwas Unperfektes zu bauen. Mir gefällt gerade dies. Ich kann problemlos zu etwas Unperfektem stehen», sagt Johannes Willi.

Es sei nicht wichtig wie und ob die Geige, das Fagott oder die Trompete überhaupt tönen, sagt der Künstler weiter.

Ende August werden die selbst gebauten Instrumente zum Einsatz kommen. Die Lucerne Festival Academy wird auf diesen die fünfte Sinfonie von Beethoven spielen. «Ich bin gespannt, wie die Musiker reagieren, wenn das Instrument nicht so funktioniert wie es sollte», sagt Willi.

Kein Witz

Das Projekt passt zum Lucerne-Festival-Thema «Humor». Johannes Willi hat deshalb auch den gemeinsamen Wettbewerb von Lucerne Festival und dem Kunstmuseum Luzern gewonnen. Auch wenn die Idee schräg und lustig sei, ein Witz sei das Projekt nicht. «Lachen ist erlaubt. Ich glaube aber nicht, dass das Publikum eine halbe Stunde lang lachen wird. Ich glaube es wird etwas anderes enstehen. Ich kann mir vorstellen, dass es etwas Magisches sein wird.»

Das Konzert ist am 29.08.2015 im Konzertsaal des KKLs. Der Eintritt ist frei. Die Instrumente kommen danach, egal wie ramponiert sie sind, wieder ins Kunstmuseum.

Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr