Judith Uebersax hat genug von der Parteipolitik

«Ich finde andere Wege als Parteipolitik für meine Anliegen», sagt Judith Uebersax. Dass sie aus den Medien erfahren habe, sie sei nach 17 Jahren Mitarbeit nicht mehr im SVP-Vorstand erwünscht, habe sie sehr enttäuscht. Deshalb habe sie die Konsequenzen gezogen.

Porträt Judith Uebersax

Bildlegende: Judith Uebersax hat der SVP den Rücken gekehrt. Keystone

Sie habe nichts gegen die Neuausrichtung des Parteivorstands. «Ich bin nur nicht damit einverstanden, wie die Sache mir gegenüber kommuniziert wurde», sagte Judith Uebersax im Gespräch mit dem Regionaljournal Zentralschweiz von Radio SRF. «Man fand es nicht nötig, mit mir ein persönliches Gespräch zu führen.»

Themen anders einbringen

Ihre Themen, beispielsweise Gesellschafts- und Familienpolitik, werde sie weiterverfolgen. Dafür gebe es aber andere Wege als die Mitarbeit in einer Partei: «Ich denke da an Verbände, Wirtschaftsorganisationen oder andere Institutionen, ich werde mich wohl eher dort einbringen.»

Uebersax trat per sofort aus der SVP aus, nachdem die neue Zusammensetzung des Vorstands publik geworden war. Sie war Präsidentin der SVP Kanton Schwyz und bis anhin auch Präsidentin der SVP Frauen Schweiz.

In dieser Funktion beantragte sie jüngst bei der SVP-Parteileitung deren Auflösung. Als Grund nannte sie mangelndes Interesse an der Frauengruppe. Dafür sollte innerhalb der Partei eine Stelle für Familien- und Sozialpolitik geschaffen werden, für die Uebersax sich eigentlich engagieren wollte. Allerdings wehren sich die Westschweizer SVP-Frauen gegen die geplante Auflösung.