Kantonspolizei Schwyz macht auf Menschenhandel aufmerksam

Nicht nur im Sexgewerbe existiert Menschenhandel, sondern auch in der Gastronomie, im Baugewerbe oder in der Landwirtschaft. Die Öffentlichkeit für dieses Thema sensibilisieren will die Kantonspolizei Schwyz. Sie macht mit bei einer schweizerischen Aktionswoche.

Frau schält Kartoffeln in Restaurantküche.

Bildlegende: Menschenhandel und moderne Sklaverei gibt es auch in der Gastronomie. Keystone

«Menschenhandel ist ein wichtiges Thema, eines allerdings, über das in der Öffentlichkeit zu wenig gesprochen wird», erklärt Stefan Grieder, der Kripo-Chef der Schwyzer Kantonspolizei. Er unterscheidet drei grosse Bereiche, in denen Menschen ausgebeutet werden. Neben der Prostitution seien dies der Organhandel und die Ausbeutung bei der Arbeit.

Sklavenhaltung in Gastrobetrieben

Letztere Art der Ausbeutung beschränke sich allerdings nicht auf Billiglohnarbeiter auf Baustellen, sondern sei auch Thema in der Gastronomie, betont Grieder: «Oft werden vor allem ausländische Angestellte wie Sklaven gehalten, erhalten kaum Lohn, haben lange Arbeitszeiten und müssen oft auch ihren Pass abgeben.» Diese Art von Menschenhandel sei kein Bagatelldelikt und werde mit langen Freiheitsstrafen geahndet.

Im Kanton Schwyz gebe es derzeit kaum bekannte Fälle von Menschenhandel. Seine Leute müssten aber die Augen und Ohren offen halten, betont der Kripo-Chef Stefan Grieder. Und wenn die Bevölkerung ebenfalls sensibilisiert sei für die Thematik, könne eine Verbreitung dieser modernen Sklaverei besser eingedämmt werden.