Keine Ausnahme für touristisch bewirtschaftete Wohnungen

Der Nationalrat berät die Umsetzung der Zweitwohnungsinitiative. Dabei wollen SVP und FDP und die Ratslinke auf drei Ausnahmeregelungen verzichten. Unter anderem auf die sogenannten «Plattform-Wohnungen», die im Internet ausgeschrieben sind. Dies trifft auch Zentralschweizer Orte wie Sörenberg.

Chalet mit geschlossenen Fensterläden in verschneiter Umgebung.

Bildlegende: Ferienwohnung wie in diesem Chalet in Sörenberg sind von der Umsetzung der Zweitwohnungsinitiative betroffen. Keystone

Um die Umsetzung der Zweitwohnungsinitiative nicht weiter zu verzögern, haben SVP und FDP den Initianten gewichtige Zugeständnisse gemacht und damit den Weg für einen Kompromiss geebnet. Die wohl bedeutendste Abweichung betrifft die Ausnahme für touristisch bewirtschaftete Wohnungen. Dieser Vorschlag des Bundesrats hatte im Ständerat eine Mehrheit gefunden. Gegner der Bestimmung kritisierten jedoch, dass die tatsächliche Vermietung gar nicht kontrolliert werden könnte, was unweigerlich zu Umgehungen und zum Bau neuer Zweitwohnungen führen werde.

Grüne und SP verlangten daher schon in der Kommission, die Ausnahme für die so genannten Plattform-Wohnungen aus der Vorlage zu streichen. FDP und SVP stellten mit kurzfristig eingebrachten Anträgen die gleiche Forderung.

Sörenberg: Keine Möglichkeit zu optimieren

Dass diese mögliche Ausnahmeregelung bei der Umsetzung nun wegfällt, werden auch Zentralschweizer Tourismusorte spüren, beispielsweise Sörenberg. Die Gemeindepräsidentin von Flühli-Sörenberg, Sabine Wermelinger, findet es schade für die eigene Tourismusdestination: «Wir haben zeitweise zu wenige Ferienwohnungen und haben nun keine Möglichkeiten mehr zu optimieren, wenn hier der Riegel geschoben wird.» Auf der anderen Seite habe sie aber auch ein gewisses Verständnis, betont Wermelinger: «Hier wären schon Schlupflöcher möglich, um die Initiative zu umgehen.»