Keine Sparferien für Luzerner Schüler

Der Luzerner Kantonsrat will die Gymnasiasten und Berufsschüler in den nächsten zwei Jahren nicht für je eine Woche in die Ferien schicken. Dies hatte die Regierung als Sparmassnahme vorgeschlagen. Gegen die Sparpläne der Regierung haben am Montag hunderte von Schülerinnen und Schülern demonstriert.

Eine Schulklasse von hinten zu sehen im Unterricht.

Bildlegende: Die Kantonsschüler des Kantons Luzern werden nicht in die Sparferien geschickt. Keystone

Der Kantonsrat fordert den Regierungsrat auf, auf die umstrittene Sparmassnahme zu verzichten. Jacqueline Mennel (SP) sagte, es handle sich um einen abstrusen
Vorschlag der Regierung. Er zeige, wie desolat es um den Kanton stehe. Mennel sagte aber auch, dass es abseits dieser medienwirksamen Sparmassnahme finanzpolitisch motivierten Leistungsabbau gebe.

Auch Grüne, CVP, FDP und GLP lehnten die Zwangsferien ab. Die Sparmassnahme sei nicht gewinnbringend, sagte etwa Inge Lichtsteiner (CVP). Der bildungspolitische Schaden wäre zu gross. Einzig die SVP sprach sich für die Sparferien aus. Noch offen ist, ob die durch den Wegfall der Zwangsferien entstehenden Mehrausgaben von 2,3 Millionen Franken im Budget 2014 kompensiert werden sollen. Das Parlament wird dies am Dienstag entscheiden.

Auch wenn auf die Zwangsferien verzichtet wird, wird bei der Bildung in den nächsten Jahren trotzdem der Rotstift angesetzt. So empfiehlt das Parlament der Regierung, den Lehrplan 21 kostenneutral umzusetzen und das Kostenwachstum in den Schulen zu begrenzen.

Schüler wehren sich gegen Sparmassnahmen

Mehrere hundert Luzerner Schülerinnen und Schüler haben am Montag vor der Budgetdebatte des Kantonsrates gegen die Sparpläne der Regierung demonstriert. Auf einem Marsch durch die Stadt Luzern trugen sie symbolisch die Bildung zu Grabe. Die Demonstranten führten einen grossen Sarg mit sich und liessen Trauermusik spielen.

«Ich finde es schlecht, dass immer mehr bei der Bildung gespart wird. Es geht gar nicht um die eine Woche Ferien, sondern um weitere Sparmassnahmen wie zum Beispiel die Aufstockung der Klassengrössen», hielten viele Schüler während der Demonstration gegenüber Radio SRF fest.

Samichlaus übergibt Bildungsbuch

Vor dem Regierungsgebäude hielten die Schüler eine Schweigeminute ab. Eintreffende Politiker wurden mit lautem Pfeifen begrüsst. Eine Gruppe von Gewerbeschülern, verkleidet als Samichlaus mit Gefolge, überbrachte dem Kantonsrat ein grosses, selbst gefertigtes Buch. Dieses enthält zu jedem der 120 Kantonsräte eine Bemerkung zur Bildung.

Das Parlament berät das Budget 2014 des Kantons Luzern während zwei Tagen. Der Voranschlag sieht neben Sparmassnahmen im Bildungsbereich auch eine umstrittene Steuererhöhung vor.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Schüler protestieren gegen Sparpläne

    Aus Tagesschau vom 9.12.2013

    Rund 1‘500 Luzerner Schülerinnen und Schüler haben am Morgen gegen die Sparpläne der Luzerner Regierung demonstriert. Auf einem Marsch durch Luzern trugen sie symbolisch die Bildung zu Grabe. Hintergrund des Protestes ist das Sparpaket der Regierung, welches unter anderem Zwangsschliessungen an Schulen vorsieht.