«Keine Tabus» bei der Zuger Zukunftsplanung

Wie soll sich der Kanton Zug in den nächsten 20 bis 30 Jahren entwickeln? Diese Frage steht im Mittelpunkt des neuen Raumordnungskonzeptes des Kantons Zug. Eine Rohfassung des Konzeptes wird nun weiterentwickelt. Dabei sind auch Fusionen über die Kantonsgrenzen hinweg kein Tabu.

Soll es im Kanton Zug statt elf dereinst nur noch vier Gemeinden geben? Das ist eine der heissen Fragen, die bei der Erarbeitung des neuen Raumordnungskonzeptes (ROK 16) von der Baudirektion zur Diskussion gestellt werden.

«Diskussion ohne Tabus»

Die Raumentwicklung bis 2040 soll im Kanton Zug breit diskutiert werden. Die Baudirektion hat dazu einen Grobentwurf - einen sogenannten «Rohling» - zu einem neuen Raumordnungskonzept (ROK 16) erarbeitet. Dieser soll die Möglichkeit geben, losgelöst von heutigen Vorgaben und Rahmenbedingungen, den Raum des Kantons neu zu denken.

«Es soll keine Tabus geben», sagte Baudirektor Heinz Tännler, SVP am Donnerstag vor den Medien. Mit der Einbettung in den Metropolitanraum Zürich müsse auch die provokative Frage nach Fusionen über die Kantonsgrenze hinaus - beispielsweise Richtung Zürich - diskutiert werden können, sagte Tännler.

Gemeindefusionen diskutieren

Die Grenzen müssten vermehrt den tatsächlichen siedlungs-, verkehrs- und wirtschaftspolitischen Tatsachen angepasst werden, beispielsweise an die Pendlerströme. Dasselbe gilt auch innerhalb des Kantons. So soll im Rahmen des neuen Raumordnungskonzepts offen über Zusammenschlüsse von Gemeinden diskutiert werden. Langfristig sei eine Fusion zu vier Gemeinden zu prüfen, heisst es im Entwurf.