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Zentralschweiz Kirchenrechtler: Muslime sollen Status als Landeskirche anstreben

Die muslimische Glaubensgemeinschaft in der Schweiz kann rein religionsrechtlich durchaus den Status einer Art Landeskirche erreichen. Zu diesem Schluss kommen der Luzerner Uni-Professor Adrian Loretan und seine Mitautoren in einem Buch. Nicht zuletzt sei das auch ein Garant für religiösen Frieden.

Ein Muslime fotografiert eine Demonstration der Vereinigung Islamische Jugend Schweiz. Ein Demonstrat trägt eine Schweizer Fahne. (keystone)
Legende: Eine islamische Landeskirche müsse sich den Strukturen einer direkten Demokratie anpassen, schreiben die Buchautoren. Keystone

«Eine Religionsgemeinschaft muss sich bereits ein paar Jahrzehnte im Land niedergelassen haben und vor allem sich so organisieren, dass die den Prizipien der direkten Demokratie gerecht werden», umschreibt der Luzerner Professor Adrian Loretan im Gespräch mit Radio SRF die wichtigsten Grundlagen, um als religiöse Gruppierung eine öffentlich-rechtliche Anerkennung anstreben zu können.

Spielregeln analysiert

Zusammen mit Quirin Weber und Alexander Morawa von der Universität Luzern hat Loretan ein Buch verfasst, das die Spielregeln für eine Anerkennung untersucht hat. Ihre Erkenntnisse sorgen für einigen Wirbel, nicht zuletzt, weil der Islam in der westlichen Gesellschaft oft einen zweifelhaften Ruf geniesst.

Der Weg sei noch weit, aber der Ausschluss einer Religionsgemeinschaft gehöre sich in einer direktdemokratischen Gesellschaft nicht, ist Loretan überzeugt: «Eine mögliche islamische Landeskirche ist mir viel lieber als eine islamische Gruppierung, bei welcher unklar ist, von wem sie finanziert wird.» In der Schweiz seien viele Muslime perfekt in der Gesellschaft integriert, da seien auch die Grundregeln der Demokratie unbestritten.

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22 Kommentare

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  • Kommentar von Michael Hunziker, 4456 tenniken
    Christentum und Islam erledigen sich selber. Die einen hören nicht mehr zu und gehen nicht mehr hin. Die andern bringen sich auf den Schlachtfeldern der Welt gegenseitig um
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  • Kommentar von Mario Schmitt, 9500 Wil
    Was wir in der Schweiz brauchen ist eine vollständige Trennung von Kirche und Staat und ganz bestimmt nicht eine neue Landeskirche! in 18 von 26 Kantonen entrichten juristische Personen Kirchensteuern an die Kantone. Die Kantone übernehmen für die Landeskirchen quasi das Inkasso. Sollte die muslimische Glaubensgemeinschaft den Status einer Landeskirche erhalten, müssten Unternehmer also auch für die Muslime Steuern entrichten. Meine Firma wird da ganz bestimm NICHT mitmachen!
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  • Kommentar von P. Bürger, Schaffhausen
    Viele hier regen sich auf, wenn der Islam im christlich geprägten Abendland Einzug hält.Ich frage sie alle: Sind wir nicht nur scheinheilig «gläubige» Christen & gerade wenn es uns passt,an Weihnachten & wenn wir ein schönes Festchen(Hochzeit) haben wollen? Menschen,die sich hierzulande als gläubig bekennen, werden doch durch die eigenen Landsleute belächelt & ausgegrenzt!Unsere Kirchen sind gähnend leer.Wenn wir den Islam nicht wollen,müssten wir zuerst wieder gute, bekennende Christen werden.
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