Kritik an Uri wegen Widerstand gegen Gotthardsanierung

Bundesrätin Doris Leuthard hat am Freitag in Luzern für ihr Konzept zur Sanierung des Gotthardstrassentunnels geworben. Sie kritisierte den Kanton Uri wegen seiner ablehnenden Haltung sowohl gegenüber der zweiten Röhre wie auch gegen die Verladestation für Lastwagen in Erstfeld.

Das Nordportal des Gotthardstrassentunnels

Bildlegende: Gotthardstrassentunnel muss saniert werden. Der Bundesrat will eine zweite Tunnelröhre durch den Gotthard. Keystone

Bundesrätin Doris Leuthard hat am Freitag in Luzern  für ihr Konzept zur Sanierung des Gotthardstrassentunnels geworben. Der Bundesrat möchte für die Sanierung des Gotthardtunnels eine zweite Röhre bauen und danach beide Röhren einspurig betreiben. Die Alternative wäre, den Tunnel über einen längeren Zeitraum zu sperren und Lastwagen auf die Bahn zu laden.

Keine Kapazitätserhöhung

Der Tunnel werde mit zwei Einspurröhren sicherer, sagte die Verkehrsministern. Zudem würde bei einem Unfall oder Arbeiten eine zweite Verbindung zur Verfügung stehen. Im Gesetz werde festgeschrieben, dass die Kapazitäten nicht erhöht werden dürften. Der Alpenschutzartikel werde somit respektiert.

Kritik am Kanton Uri

Die Urner Bevölkerung hatte sich mit 57 Prozent gegen eine zweite Röhre durch den Gotthard ausgesprochen. Allerdings ist Uri auch dagegen, dass in ihrem Kanton die Lastwagen auf die rollende Landstrasse (Rola) verladen werden. Dieses doppelte Nein sei ein taktischer Fehler, sagte Leuthard. Der Urner Landammann Josef Dittli wies dies zurück. Es brauche für die Sanierung des Tunnels ein anderes Konzept, sagte er. Uri sei bereit, einen Beitrag zu leisten. Die Haltung der Urner führte er darauf zurück, dass diese in den letzten Jahrzehnten schlechte
Erfahrungen mit dem Schwerverkehr gemacht hätten.