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Zentralschweiz Kühne Idee für den Gotthard

Ein ETH-Ingenieur aus Lausanne will den alten Gotthard-Eisenbahntunnel schliessen und zum Strassentunnel umbauen. Ein Lösungsvorschlag für eine zweite Röhre, der kostengünstiger und schneller realisiert sei als die Variante des Bundesrats.

Legende: Video Kühne Idee für den Gotthard abspielen. Laufzeit 5:32 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 13.03.2014.

Geht es nach den Plänen von Rodolphe Weibel, wird der alte Gotthard-Eisenbahntunnel für den Zugverkehr bald gesperrt und zum Strassentunnel umgebaut. Dies, nachdem der neue Gotthardbasistunnel Neat eröffnet wird im Dezember 2016. «Nach dessen Einweihung wird der alte Gotthardtunnel praktisch nicht mehr benutzt», sagt Weibel. So sei sein Lösungsvorschlag entstanden.

«Billiger und schneller»

Auf diese Weise könnten laut dem Ingenieur die Pläne des Bundesrates für eine zweite Röhre am Gotthard realisiert werden – ohne eine neue Röhre durch den Berg zu bohren. Die Bauzeit sei auch kürzer (2017 bis 2024) im Vergleich zur Variante des Bundesrats (2017bis 2030). Zudem koste der Umbau des Eisenbahntunnels mit 1,4 Milliarden Franken nur halb so viel wie ein neuer Strassentunnel, sagt Rodolphe Weibel

Der Bundesrat will den 34-jährigen Strassentunnel sanieren und zu diesem Zweck einen zweiten Tunnel bauen. Jedoch nicht um die Kapazität zu erhöhen, wie es heisst, sondern um den Verkehr während der Sanierung zu gewährleisten, sowie aus Sicherheitsgründen.

Skeptische Verkehrspolitiker

Der Urner Alt-Nationalrat Franz Steinegger hält den Vorschlag des Ingenieurs für problematisch. Die Gotthard-Bergstrecke müsse erhalten werden, dies haben Bund und SBB dem Kanton Uri zugesagt, als die Neat geplant worden sei. «Zudem könnte der neue Basistunnel bald ausgelastet sein, und wir sind froh, wenn die Güter wieder über Göschenen transportiert werden», sagt Steinegger gegenüber «Schweiz aktuell».

Alf Arnold, Geschäftsführer des Vereins Alpeninitiative, ist grundsätzlich gegen eine zweite Röhre am Gotthard. Er sagt, Weibel schätze die Bedeutung des Gotthards nach Eröffnung der Neat falsch ein. Arnold bezweifelt, ob der Umbau des 132-jährigen Eisenbahntunnels zum Strassentunnel wirklich so günstig sei wie erwähnt. «Es müssten bis 1,5 Kilometer lange Lüftungsschächte gebaut werden», weil es solche im Eisenbahntunnel nicht gebe. Die bestehenden Schächte des Strassentunnels könnten laut Arnold nicht benutzt werden, weil dieser zu weit weg vom Eisenbahntunnel liege.

SBB hält am Tunnel fest

Ironie der Geschichte: Ein Welscher baute den Gotthard-Eisenbahntunnel: Louis Favre, und ein Welscher will ihn nun umbauen: Rodolphe Weibel. Seine Erfolgschancen scheinen jedoch gering: Die SBB will den alten Gotthard-Tunnel nämlich auch nach Eröffnung des Neat-Basistunnels in Betrieb halten. «Einerseits für die örtliche Erschliessung, andererseits als Ausweichroute für Sperrungen des Basistunnels», sagt SBB-Sprecher Christian Ginsig.

15 Kommentare

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  • Kommentar von Mountainwalti, Lüpu AG
    Wenn den einisch de Basistunnu offe esch wers super schön wenns denn äu fahrte onder Dampf get. ! ! Arthgoldau - Locarno. oder Basu Meiland. . . met de Schnäuzogmaschene oder no wiiter. . . . d'Zeiger am Aschlag ond foudampf !
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  • Kommentar von Marianne Roe, Gwatt
    Das dürfen wir nicht zulassen. Ich werde nämlich den neuen NEAT Tunnel niemals benutzen, das ist mir zu riskant. Sicherheit und Geschwindigkeit passen mir nicht. Das meiste was in der heutigen Zeit gebaut wird, ist nicht mehr wirklich sicher. Früher hat man niemals etwas gebaut + in Betrieb genommen, bevor die Sicherheit wirklich 100% war. Heute macht man das anders. Alles muss schnell gehen + man wird ja sehen, wo sich die Fehler zeigen werden. So kommt man billiger + schneller zu viel Geld.
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  • Kommentar von M. Steiner, ZH
    Ich finde die Idee hochinteressant, auch wenn sie kaum umsetzbar ist (der Eisenbahntunnel muss aus historischen und logistischen gründen erhalten bleiben). Aber wie wäre es mit NOCH einem Kompromiss? Den Basistunnel für die Zeit der Gotthardsanierung zum superschnellen Verladesystem nutzen? Und falls das auch noch gut funktioniert, hätte man auch erprobt, wie man den alpenquerenden Strassenverkehr reduziert...!
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