Zum Inhalt springen

Zentralschweiz Lohndumping: Wie wird auf Baustellen kontrolliert?

Gewerkschaften decken häufig Fälle auf von Lohndumping. Der aktuellste Verdacht betrifft eine Baustelle in Sursee. Polnische Arbeiter sollen dort im Dezember zu einem Stundenlohn von 3,50 Franken gearbeitet haben. Der Fall wird abgeklärt.

Schuhe eines Bauarbeiters
Legende: Auf einer Baustelle in Sursee soll polnischen Arbeitern ein Dumpinglohn bezahlt worden sein. Keystone

Vom Lohndumping-Vorwurf betroffen ist ein polnisches Subunternehmen auf einer Baustelle des Getränkeherstellers Ramseier Suisse. Dieser baut in Sursee für mehrere Millionen Franken unter anderem eine neue Abfüllanlage.

Unia Gewerkschaftssekretär Alex Granato bestätigte gegenüber Radio SRF, dass mehrere polnische Arbeiter für 84 Stunden Arbeit einen Lohn von 294 Franken erhalten hätten. Dies entspricht einem Stundenlohn von 3,50 Franken. Insgesamt seien mindestens zehn Arbeiter von Dumpinglöhnen betroffen.

Den Angestellten des polnischen Subunternehmers würden nicht Schweizer Löhne gezahlt, wie es die flankierenden Massnahmen verlangten, sondern tiefere polnische Löhne, sagte Granato. Sie hätten Anspruch auf einen Lohn von 2856 Franken.

Ramseier hatte bislang keine Kenntnis von angeblichen Dumpinglöhnen, wie Geschäftsführer Christian Consoni erklärte. Die Baustelle sei mehrmals von den kantonalen Arbeitsinspektoren geprüft worden. Dabei seien keine Verstösse festgestellt worden.

Die Anlagenbauer müssten sich an die Schweizer Gesetze halten, sagte Consoni weiter. Ramseier will die Vorwürfe an einem Treffen klären. Daran sollen Vertreter des Getränkeherstellers, des betroffenen Subunternehmens und der Gewerkschaft teilnehmen.

Unternehmen sind verantwortlich

Verdacht auf Lohndumping wird häufig von Gewerkschaften aufgedeckt. Diese machen Stichproben auf Baustellen und befragen die Arbeiter. In vielen Fällen werden ihnen auch Fälle von Lohndumping von betroffenen Arbeitern oder von Firmen mitgeteilt, welche bei einem Auftrag nicht zum Zug gekommen sind.

Ein weiteres Kontrollorgan ist die paritätische Kommission. Diese setzt sich aus Vertretern von Arbeitgebern und Arbeitnehmern zusammen. Die Verantwortung für die Einhaltung von gerechten Löhnen und Arbeitsbedingungen liegt in jedem Fall bei dem Unternehmen, das einen Auftrag vergibt. Dies gilt auch dann, wenn Subunternehmen aus dem Ausland im Spiel sind. Kontrollen sind in erster Linie nötig, dass Firmen die anständig entlöhnen nicht benachteiligt werden.

2 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Cherubina Müller (Republic of Lakotah)
    Die Gewerkschaften und die Linke hätten ihr Ja zur PFZ von flankierenden Massnahmen abhängig machen müssen welche diesen Namen auch verdienen, die Arbeiter in der Schweiz wurden betrogen. Es ist, neben der Rettung der UBS ( eines von der freien Marktwirtschaft aussortierten Unternehmens), mit Hilfe von Staatsgeldern und FDP - Villiger, der grösste Verrat an den eigenen, traditionellen und ideellen Werten; man muss die Bedingungen festschreiben lassen wenn man den Trumpf noch in der Hand hält.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Ist das nicht auch eine Missachtung des Volkswillens? Das Volk sagte eins JA zu den Bilateralen und zur Personenfreizügigkeit, unter der Bedingung, dass keine Dumpinglöhne bezahlt Würfen (eine der Rahmenbedingungen). Logischerweise war die Wirtschaft dagegen, damit sie weiterhin Ausländer zu Billiglöhnen beschäftigen kann.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen