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Luzern war zuerst «Das Shopping-Center wurde ein Treffpunkt für Quartierbewohner»

Legende: Video Eröffnung erstes Shoppingcenter Schweiz abspielen. Laufzeit 02:27 Minuten.
Aus News-Clip vom 03.11.2017.

Es liegt mitten im Quartier – nur etwa 200 Meter vom See entfernt: Das Shopping-Center Schönbühl. Gebaut wurde das Center auf dem Land der alteingesessenen Luzerner Familie von Schuhmacher. Damit betrat die Familie Neuland – bis dahin kannte man kein Shopping-Center in der Schweiz.

Hochhaus eines Stararchitekten polarisierte

Am 16. November 1967 wurde das erste Einkaufszentrum eröffnet. Initiant Felix von Schuhmacher musste dabei in einem Fernsehbeitrag erstmal erklären, was denn ein solches Shopping-Center ausmacht: «Die Läden müssen so angeordnet sein, dass der Kunde in einer voll klimatisierten Ladenstrasse von einem Laden zum anderen Flanieren können.»

Neben dem Shopping wurde auch ein neues Hochhaus gebaut nach den Plänen des finnischen Stararchitekten Alvar Aalto. Dieses polarisierte aber im Quartier. «Unsere Anwohnerschaft ist sehr erregt, dass man ihnen nun eine Wand vor die Augen stellt», sagte der damalige Präsident des Quartiervereins, Jean Lipp. Jede Veränderung an den Plänen des Finnen sei aber eine «Entstellung eines Kunstwerks», hiess es von Seiten der Bauleitung.

«Lädelisterben» als Folge

Schliesslich setzten sich die Befürworter durch und sowohl das Shopping-Center wie auch das 16-stöckige Hochhaus wurden gebaut. «Es war weitherum eines der höchsten Häuser, wir waren im Quartier auch etwas stolz darauf», sagt ein Anwohner heute rückblickend. Nach dem Einkauf trifft er sich mit anderen Anwohnern im Kafi Klatsch. Hier treffe man immer Bekannte, denn das Shopping-Center Schönbühl habe sich auch zum eigentlichen Quartiertreffpunkt entwickelt.

Ein anderer Mann, der hier nach dem Einkauf beim Bier sitzt, betont aber auch, dass es im Quartier durch das neue Einkaufszentrum zu einem Lädelisterben gekommen sei. Trotzdem scheinen sich heute – 50 Jahre nach der Eröffnung – viele Leute sehr wohl zu fühlen. So sagt eine Frau mit gefüllten Einkaufstaschen: «Es ist das Dorf in der Stadt».

Wie entwickeln sich die Shopping-Zentren?

Diese Frage untersucht der Architekturhistoriker Fabian Furter. Im Gespräch mit SRF News redet er über die Zukunftsperspektiven und die neue Mall of Switzerland.

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