Luzerner Car-Problem hat sich entschärft - dafür gibt's neue

Noch bis Ende Oktober gelten für Reisecars in der Stadt Luzern Einschränkungen. Die Konsequenz: Touristengruppen müssen nach ihrer Shopping-Tour während der Stosszeit durch die Stadt zurück zu ihrem Car gehen. Dabei halten sich nicht immer alle an die Strassenregeln. Eine Halbzeit-Bilanz.

Die neuen Regeln für Reisecars gelten vorerst 2015/16, jeweils zwischen Mai und Oktober:

  • Am Schwanenplatz (bei der Seebrücke) dürfen nach 17 Uhr Touristen nur aus- aber nicht eingeladen werden.
  • Konsequenz: Reisegruppen müssen nach dem Bummel zum Car laufen - sei's zum Löwenplatz oder zum Inseliquai hinter dem KKL.
  • Zweite Anpassung: Am Löwenplatz dürfen die Reisecars in Stosszeiten nur 5 Minuten halten, um ihre Gruppe aus- oder einzuladen.

Am Löwenplatz in der Luzerner Altstadt sind es stündlich mehrere Dutzend Cars, die kommen oder gehen. Da brauche es einen klaren Takt, sagt Mario Lütolf von der Stadt Luzern. Seine Abteilung ist für die Umsetzung der Massnahmen verantwortlich.

«Aber natürlich stehen die Lotsen nicht mit der Stoppuhr da, sondern lassen die Chauffeure situativ gewähren. Oder eben nicht», präzisiert Lütolf.

Touristen-Ströme in der Stadt

Die Situation habe sich mit den neuen Regeln deutlich verbessert, auch auf dem Schwanenplatz bei der Seebrücke. Allerdings sagt Mario Lütolf auch: «Wir wollen nichts beschönigen. Es gibt noch Probleme, besonders an den Fussgängerstreifen. Immer wieder laufen Touristen einfach über die Strasse, obwohl die Ampel rot ist.»

Die Problematik sei zum Teil eine Konsequenz der neuen Car-Regeln. Denn seit Mai müssen Touristengruppen vermehrt einen kurzen Spaziergang durch die Stadt unternehmen. Vorher wurden sie bequem am selben Ort abgeholt, wo sie abgesetzt wurden. Diese Praxis war besonders am Schwanenplatz sehr beliebt.

Fussgängerstreifen verlegen?

Die Stadt hat zusammen mit Luzern Tourismus bereits reagiert. «Wir überlegen uns, gewisse Fussgängerstreifen neu zu platzieren. Zum Beispiel weiter weg von Kreuzungen», sagt Lütolf. Gleichzeitig wurde eine Informationsoffensive gestartet - Reiseleiter und Chauffeure werden dazu angehalten, die Gruppen über das Problem an Fussgängerstreifen zu sensibilisieren.

Tourismus-Direktor Marcel Perren fügt an: «Wir haben unser Möglichstes gemacht. Fakt ist aber auch, dass immer mehr Touristen auf eigene Faust oder über Kleinanbieter nach Luzern kommen. Da ist es schwer, diese auch zu informieren».

Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr