Luzerner Detaillisten machen erfolgreich Druck auf Gewerbeverband

Die Luzerner Detailhändler wollten aus dem kantonalen Gewerbeverband austreten. Dies hatte der Vorstand des Detaillistenverbands des Kantons Luzern beschlossen. Nach einem Gespräch haben sich die Wogen wieder geglättet.

Leute vor einem Lebensmittelgeschäft.

Bildlegende: Die Detaillisten wehren sich gegen längere Ladenöffnungszeiten. Keystone

Der Detaillistenverbands des Kantons Luzern hatte kritisiert, der Gewerbeverband vertrete seine Interessen ungenügend. Er stelle mit Befremden fest, dass der Gewerbeverband wiederholt gegen Vereinbarungen und grundsätzliche
Standesinteressen des KMU-Detailhandels verstosse, hiess es in einem am Mittwoch veröffentlichen Kündigungsschreiben des Detaillistenverbands.

Das Fass zum Überlaufen gebracht habe ein öffentlicher Positionsbezug des Gewerbeverbands für eine Lockerung der Ladenöffnungszeiten, sagte DVL-Präsident Heinz Bossert auf Anfrage.

Nach einem stündigen Telefongespräch zwischen den beiden Verbandspräsidenten scheinen sich die Wogen aber wieder geglättet zu haben. In einer zweiten Mitteilung schrieb der Detaillistenverband, Delegationen der beiden Verbände würden sich zu einem Gespräch treffen. Bossert geht davon aus, dass das Kündigungsschreiben zurückgezogen wird.

Ladenöffnungszeiten ein Dauerbrenner

Der Detaillistenverband wehrte sich seit 2006 bei drei Volksabstimmungen erfolgreich gegen eine Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten im Kanton Luzern. Er fürchtet unter anderem negative Folgen für die Angestellten sowie für kleinere Geschäfte.

Im Mai machte sich der Gewerbeverband mit der City-Vereinigung Luzern und der Zentralschweizer Industrie- und Handelskammer in einer Mitteilung für die vom Bundesrat angestrebte Teilharmonisierung der Ladenöffnungszeiten stark.