Luzerner Hausbesetzer geben alte Villa frei

Die Hausbesetzergruppe Gundula hat am Samstag fristgerecht die Villa an der Obergrundstrasse 99 in Luzern verlassen. Der Eigentümer hatte den Besetzern ursprünglich eine Frist bis vergangenen Mittwoch gesetzt, das Gebäude zu räumen.

Ein altes Haus von aussen mit Transpartenen geschmückt.

Bildlegende: Die alte Villa steht seit Samstagmittag wieder leer. Keystone

Die Besetzer hatten dies als zu kurzfristig bezeichnet und einen Auszug am Samstag in Aussicht gestellt. Die Staatsanwaltschaft Luzern hatte diese Fristverlängerung genehmigt. An diese Vorgaben haben sich die Besetzer gehalten. Eine polizeiliche Räumung war nicht nötig, wie die Luzerner Polizei am Samstag mitteilte.

«Als die Polizei am Samstagmittag vorbei ging, war die besetze Villa leer. Die Gruppe Gundula hat zwar das Haus fristgerecht verlassen. Aber es gibt einen Wehrmutstropfen, sie haben allen Abfall, das Mobiliar und alle Transparente im Haus gelassen», sagt Simon Kopp von den Luzerner Strafuntersuchungsbehörden gegenüber Radio SRF.

Strafuntersuchung eingeleitet

Die Staatsanwaltschaft führe nun die entsprechende Strafuntersuchung wegen Hausfriedensbruch, sagte Kopp weiter. Die Investment-Firma eines Unternehmers, der das Gebäude gehört, hatte Strafanzeige gegen die illegalen Bewohner eingereicht.

Die Gruppe Gundula hatte vor knapp drei Wochen das Haus besetzt. Mit der Besetzung werde ein Beitrag für eine lebendige Stadt geleistet. Sie fordern mehr Freiräume für Begegnungen, Diskussionen und Kultur.

Die baufällige Stadtvilla steht seit gut zwei Jahren leer. Der Besitzer wollte das erhaltenswerte Gebäude abreissen und ein neues Projekt realisieren. Die Stadt wehrte sich dagegen. Nach Bekanntwerden der Hausbesetzung kündigte der Eigentümer an, früher als ursprünglich geplant Sanierungsarbeiten durchzuführen. Dazu zählt laut Mitteilung etwa eine mögliche Beseitigung von Asbest.