Luzerner Kantonsrat unterstützt unterirdischen Durchgangsbahnhof

Der Luzerner Kantonsrat unterstützt die Pläne der Regierung für einen unterirdischen Durchgangsbahnhof. Das Parlament hat den Planungsbericht mit 93 zu 18 Stimmen zustimmend zur Kenntnis genommen.


2009 hatten sich Kantonsrat und Stimmberechtigte grundsätzlich hinter die Idee eines Tiefbahnhofs Luzern gestellt und 20 Millionen Franken für Projektierungsarbeiten genehmigt. Mittlerweile ist das Projekt zum unterirdischen Durchgangsbahnhof weiterentwickelt worden. Die Variante Durchgangsbahnhof sieht einen Tunnel ab Ebikon, einen unterirdischen viergleisigen Bahnhof und einen Tunnel unter der Neustadt vor. Die geschätzten Kosten stiegen gegenüber dem unterirdischen Kopfbahnhof von 1,6 Milliarden Franken auf 2,5 Milliarden Franken.

ÖV an Kapazitätsgrenzen

Im Kantonsrat kam das Projekt Durchgangsbahnhof gut an. Mehrere Votanten wiesen darauf hin, dass der öffentliche Verkehr in Luzern die Kapazitätsgrenzen erreicht habe. Ein Thema in der Debatte waren die beschränkten Finanzmittel des Bundes und die Sparpolitik des Kantons. Die Sprecherin der Grünen sagte, Luzern müsse nun zeigen, dass es nicht nur spare, sondern auch vorwärtsgerichtet sei. Das Parlament beauftragte den Regierungsrat denn auch mit 92 zu 16 Stimmen, mit einer kantonalen Vorfinanzierung zu einer vorgezogenen Realisierung des Durchgangsbahnhofes beizutragen.

Zu klein für einen Grossbahnhof?

Das Signal auf rot geschaltet hat einzig die SVP. Gemäss SVP wurden Alternativen zum Durchgangsbahnhof nicht eingehend geprüft. Luzern sei zu klein für einen Grossbahnhof. Dem widersprach Baudirektor Robert Küng. Die Alternative zum Durchgangsbahnhof sei Pflästerlipolitik. Ein Kritikpunkt der SVP war, dass durch den Durchgangsbahnhof mehrere hundert Parkplätze im Zentrum wegfallen würden. Diesen Bedenken trug der Kantonsrat mit einer Ergänzung zum Planungsbericht Rechnung.