Luzerner Polizeikommandant korrigiert öffentliche Aussagen

Der Luzerner Polizeikommandant Beat Hensler hat in einem Zeitungsinterview zur Polizeiaffäre nicht bei allen Fragen die Wahrheit gesagt. Er korrigierte einen Teil seiner Aussagen in einem Schreiben an Parlamentarier, die Regierung sowie ans Polizeikader, wie die «Zentralschweiz am Sonntag» schreibt.

Regierungsrätin Yvonne Schärli und Polizeikommandant Beat Hensler.

Bildlegende: Hensler berichtigt die Aussage, er habe Yvonne Schärli über die Beförderungen in der Polizei informiert. SRF

Die «Zentralschweiz am Sonntag» zitiert aus dem internen Brief des Luzerner Polizeikommandanten. Beat Hensler hatte in einem schriftlich geführten Interview mit der «Neuen Luzerner Zeitung» vom 22. August 2013 zur Polizeiaffäre auf zwei Fragen «nicht vollständig» respektive «nicht korrekt» geantwortet.

Das hielt der Polizeikommandant am Erscheinungstag des Interviews in seinem internen Berichtigungsschreiben fest. Der zweiseitige Brief ist an Mitglieder der Aufsichtskommission des Parlaments, alle Fraktionschefs sowie Mitglieder der Regierung und der Geschäftsleitung der Polizei adressiert. Er liegt auch der Nachrichtenagentur SDA vor.

Regierungsrätin nicht umfassend informiert

Der Polizeikommandant steht wegen Beförderungen mutmasslich gewalttätiger Polizisten in der Kritik. Im Interview erklärte er öffentlich, Justizdirektorin Yvonne Schärli (SP) sei über die umstrittenen Beförderungen informiert gewesen. In seinem Schreiben präzisierte Hensler, er habe eine aktive Information über allfällige Vorfälle und Abklärungen im Zusammenhang mit der Beförderung unterlassen und auf Nachfrage der Regierungsrätin mögliche heikle Punkte nicht angesprochen.

Zudem sagte Hensler im Interview, die Geschäftsleitung der Polizei habe die Lage im Sommer analysiert und selbständig erste Massnahmen eingeleitet. Er habe ein klares Zeichen setzen wollen. Doch diese Aussagen entsprachen nicht der Wahrheit. Das Team der Geschäftsleitung sei nicht von sich oder von Hensler aus tätig geworden, sondern im klaren Auftrag der Regierungsrätin, heisst es in Henslers Berichtigungsbrief.