Luzerner Pulverturm erhält neues Kleid

Der bauliche Zustand des Pulverturms ist massiv schlechter als ursprünglich angenommen. Eine erste genaue Besichtigung dieses Museggturms habe ergeben, dass die Sandsteinmauer vom Wetter deutlich stärker in Mitleidenschaft gezogen wurde. Die Sanierung wird dadurch deutlich aufwändiger.

Das wahre Ausmass des Zustands des Pulverturms habe sich erst gezeigt, als vor wenigen Wochen das Gerüst für die Sanierung gestellt worden sei, erklärt Beat Fischer. Er ist Präsident der Stiftung für die Erhaltung der Museggmauer und damit Bauherr der gesamten Sanierung. «Der Turm war stark mit Efeu bewachsen, was dem Mauerwerk klar geschadet hat.»

Daneben hätten vor allem das Baumaterial und die Wettereinflüsse dem Turm zu Schaffen gemacht. Beim Bau des Pulverturms vor gut 600 Jahren seien vor allem viele kleine Steine verwendet worden, welche in den letzten Jahrhunderten vom Wasser stark beschädigt worden seien.

Pulverturm künftig mit Verputz

Der bauliche Zustand des Pulverturms dürfte auch Folgen haben für das künftige Erscheinungsbild des Turmes. Bisher war der Turm steinsichtig, der gemauerte Sandstein war damit sichtbar.

Um dieses Bauwerk auch für künftige Generationen vor weiteren Wasserschäden zu schützen, soll der Turm nun einen Verputz erhalten. Das sei zwar fürs Auge im ersten Moment etwas fremd, erklärte am Freitag die Denkmalpflegerin Conny Grünenfelder: «Historische Indizien zeigen aber, dass der Turm ursprünglich schon verputzt gewesen war.»

Welche Mehrkosten diese zusätzlichen Arbeiten verursachen, sei noch nicht klar, sagt Stiftungspräsident Beat Fischer. Bei der Sanierung der Luzerner Museggmauer ging man von einer Gesamtsumme von rund 12 Millionen Franken aus. Weil aber auch die Sanierung anderer Teile der Museggmauer teurer wurden als budgetiert, rechnet er mit einer grösseren Summe, die es noch zu beschaffen gelte.