Luzerner SP-Politiker wird bedroht

Der Luzerner SP-Kantonsrat und Nationalratskandidat David Roth erhält anonyme Drohungen. Unter anderem wird er davor gewarnt, nach Sempach zu gehen. Gleichzeitig sind in Sempach anonyme Flugblätter aufgetaucht, die dazu aufrufen, Roth nicht zu wählen. Der SP-Politiker hat Strafanzeige eingereicht.

David Roth auf einem Tisch sitzend.

Bildlegende: David Roth will trotz Drohungen in Sempach das Gespräch mit der Bevölkerung suchen. Keystone

Die anonymen Briefe sind mit Computer geschrieben und drohen Roth mit Konsequenzen, sollte er nach Sempach gehen. Er werde wie im Mittelalter gerädert, heisst es etwa, oder «wir schreiten zur Tat».

Roth erhält seit mehreren Jahren solche Schreiben. Zuletzt seien sie aber häufiger und im Ton aggressiver geworden. Deshalb hat sich der Präsident der SP des Kantons Luzern entschieden, Strafanzeige wegen Drohung und übler Nachrede einzureichen.

Schlachtfeier als Ursache

Ursache für die Drohungen dürfte die Schlachtfeier von Sempach sein. Die Jungsozialisten reagierten 2009 mit einer Kundgebung auf den Aufmarsch von Rechtsextremen bei der Schlachtfeier. In der Folge hat der Kanton Luzern die Feier reformiert. «Dabei wurden auch Traditionen abgeschafft», sagt Roth. Offenbar werde er dafür verantwortlich gemacht.

Roth hat mit einer Strafanzeige auf die Drohungen reagiert. Zudem will er nächste Woche nach Sempach gehen und in einem Restaurant mit den Leuten ein Bier trinken. «Wenn jemand mit mir Differenzen hat, kann man darüber diskutieren. Das ist die Art, wie ich Politik verstehe», sagte er.