Luzerner Strassenstrich: Neue Probleme am neuen Standort

Der Strassenstrich wurde im Frühling 2012 vom Stadtzentrum ins Industriegebiet verschoben, an die Stadtgrenze zu Emmen. Für die Bevölkerung ein Erfolg - allerdings gibt es nun andere Probleme.

Ein Auto fährt an einer Sexarbeiterin vorbei.

Bildlegende: Der Strassenstrich ist der Teil des Sexgewerbes, der am sichtbarsten ist. Keystone

Am neuen Standort im Industriegebiet Ibach arbeiten zwischen 20 und 25 Frauen, es sind aber nicht die Frauen, die früher auf dem Strassenstrich im Stadtzentrum gearbeitet haben. «Im Ibach arbeiten nur Osteuropäerinnen, vorher hat man vor allem Afrikanerinnen und Brasilianerinnen angetroffen», sagt Birgitte Snefstrup von der Aidshilfe. Sie betreut die Sexarbeiterinnen.

Die meisten Frauen sind Romas und sie kommen aus Bulgarien und Ungarn. Diese Frauen wohnen nicht in Luzern, was den Kontakt zu ihnen erschwere, weil man sie nur während der Arbeit auf dem Strassenstrich besuchen könne, sagt Birgitte Snefstrup. Die Bulgarinnen wohnen in der Nähe von Solothurn. Sie werden jeden Tag von Männern nach Luzern gebracht und bei der Arbeit beobachtet.

Es sei fragwürdig, wie freiwillig die Romafrauen ihre Arbeit auf dem Strassenstrich verrichten. Dies sei sehr schwierig herauszufinden, sagt Heinrich Kesseli von der Fachgruppe für Sexualdelikte bei der Luzerner Polizei: «Es gibt Hinweise, dass die Frauen zum Teil unter Druck stehen, wir haben aber keine Beweise dafür.» Keine der Sexarbeiterinnen habe bisher eine solche Aussage gemacht.

Obwohl der Standort ausserhalb des Stadtzentrums nicht ideal sei, gäbe es momentan keine Alternative, so Maurice Illi, Sicherheitsmanager der Stadt Luzern. Die Stadt prüfe aber ein besseres Betreuungsangebot für die Frauen.