Luzerner Unternehmer in bildungspolitischem Dilemma

Die Sparpläne der Luzerner Regierung mit Zwangsferien für Mittel- und Berufsschulen bringen die Luzerner Wirtschaftsvertreter in die Zwickmühle. Sie wollen zwar von tiefen Steuern profitieren und sparen, aber auch auf gut ausgebildete Leute zählen können.

Schulklasse

Bildlegende: Kürzungen bei der Bildung sind auch bei Luzerner Unternehmern umstritten. Keystone

«Es ist in der Tat ein Dilemma, und eine einfache Lösung gibt es kaum», räumt Felix Howald gegenüber dem Regionaljournal Zentralschweiz von Radio SRF ein. Howald ist Direktor der Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz und damit klarer Verfechter einer Tiefsteuerpolitik für Unternehmen.

Kürzungen an der Front hinterfragen

Gleichzeitig macht sich Howald aber auch stark für eine solide Bildungslandschaft. Anfang September hatte er sich am grossen Wirtschaftsforum zusammen mit den Spitzen der Zentralschweizer Unternehmer für gute Ausbildungsbedingungen ausgesprochen. Sparen sei unbestritten, aber ob dies wirklich an der Front, auf Kosten von Lehrpersonen und Schülerinnen und Schülern zu erfolgen habe, könne man durchaus hinterfragen.

Die Luzerner Unternehmer sind gespalten: Für FDP-Präsident Peter Schilliger zum Beispiel ist eine einwöchige Schliessung der Schulen als momentane Massnahme verkraftbar, für Ruag-Bildungschef Adrian Heer hingegen ein falsches Signal. Das Vorstandsmitglied des Berufsbildungsverbands «Focusmem» erklärt, dass man sich gegen diese Kürzungen wehren wolle.