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Zentralschweiz «Man muss neue Wege suchen, um ans Ziel zu kommen»

1994 hiess das Volk den Schutz der Alpen vor dem Transitverkehr gut. Ein grosser Erfolg für die Initianten. Von einer Umsetzung ist man aber noch weit entfernt. Darum kämpft die Alpeninitiative von ihrem Hauptquartier in Altdorf aus weiter - auch gegen eine zweite Röhre am Gotthard.

Alf Arnold, Geschäftsführer der Alpeninitiative, im Vereinsbüro in Altdorf.
Legende: Alf Arnold, Geschäftsführer der Alpeninitiative, im Vereinsbüro in Altdorf. SRF

52 Prozent der Stimmenden sprachen sich am 20. Februar 1994 für die Alpeninitiative aus. Seither schreibt die Bundesverfassung vor, dass der Alpenraum vor negativen Folgen des Transitverkehrs zu schützen sei. Die Güter müssten auf der Schiene und nicht auf der Strasse von Grenze zu Grenze transportiert werden, und die Kapazitäten der Transitstrassen im Alpenraum dürften nicht erhöht werden.

Lastwagen-Transparente in der Schöllenenschlucht.
Legende: Protestaktion der Alpen-Initiative 1989 in der Schöllenenschlucht. Keystone

20 Jahre nach dem Sieg an der Urne ist der Verein Alpeninitiative noch immer am Arbeiten. «Eine Abstimmung zu gewinnen ist das eine», sagt Geschäftsführer Alf Arnold, der zu den Gründern der Initiative gehört, gegenüber dem «Regionaljournal Zentralschweiz». Die Umsetzung sicher zu stellen, sei aber etwas anderes.

Denn das Ziel ist noch nicht erreicht. Das vom Verfassungsartikel abgeleitete Gesetz schreibt für 2018, zwei Jahre nach Eröffnung des Gotthard-Basistunnels, auf den Transitachsen im Alpengebiet ein Maximum von 650'000 Lastwagenfahrten pro Jahr vor. Für 2011 ist ein Zwischenziel von höchstens einer Million Fahren pro vorgesehen.

Die Realität sieht anders aus. Rund 1,25 Millionen Lastwagen queren heute jährlich die Alpen in der Schweiz. Deshalb will der Verein Alpeninitiative mit seinen 12 Angestellten und rund 50'000 Mitgliedern und Sympathisanten den Kampf für den Schutz der Alpen fortführen. Als nächstes steht der Kampf gegen den geplanten zweiten Strassentunnel am Gotthard an.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von JoeSchweizer, Basel
    Wie hoch ist die Auslastung auf der Schiene denn? Wäre doch cool, wenn es an den Grenzen (Basel, Bodensee, Tessin & Genf) Verladestationen wie am Lötschberg gäbe. Sollte das nicht zu vernünftigen Preisen möglich sein? Für solche Dinge würden die Autofahrer Quersubventionen an die Bahn wohl eher nachvollziehen können.
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    1. Antwort von Franz NANNI, Nelspruit SA
      Daran arbeitet ja die CH und hat praktisch alles fertig gestellt aber die Deutschen und die Italiener blockieren...und erfuellen den Vertrag, den Anschlussbau auf ihrer Seite, nicht...
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Jetzt soll die 2. Gotthardröhre erst recht nicht gebaut werden. Denn diesen kostspieligen Dient für eine lumpige 40 Fränkli-Vignette wollen wir der EU nicht auch noch anbieten. Es bietet sich ja schliesslich noch die Brennervariante.
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Da sieht man doch, dass die EU den Volkswillen masslos überfahren hat. Jetzt werden es die Initianten erst reche schwer haben im weiteren Kampf gegen die Lastwagenflut. Leider tragen und trugen auch unsere Bundesräte, die die Initiative bekämpften, eine erhebliche Mitschuld an dieser Verkehrsexplosion.
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