Marc Richs Spuren in der Zentralschweiz

Fast 40 Jahre verbrachte der Rohstoffhändler Marc Rich in der Zentralschweiz. Er brachte viel Geld in die Zuger Staatskasse, aber auch in die Gemeindekasse seiner Wohngemeinde Meggen. Seine Geschäftspraktiken riefen aber auch die Zuger Linken auf den Plan.

Marc Rich bei der Verleihung des Doronpreises in Zug 1998.

Bildlegende: Marc Rich bei der Verleihung des Doronpreises in Zug 1998. Keystone

An seinem Wohnort Meggen galt Marc Rich als unauffälliger Einwohner, der vor allem seine Ruhe suchte. Er war ein wichtiger Steuerzahler für die Gemeinde, sagt der Gemeindeammann Hanspeter Hürlimann gegenüber dem Regionaljournal Zentralschweiz: «Da Marc Rich aber schon länger pensioniert war, wird der Wegfall dieser Einnahmen nicht so gravierend sein, dass wir deshalb gleich die Steuern erhöhen müssen.»

In Luzern trat Rich vor allem als Mäzen in Erscheinung. Er bezahlte namhafte Beträge an den Bau des KKL, aber auch ans Lucerne Festival.

Kritik wegen Geschäftsbeziehungen

Auch in die Zuger Staatskasse flossen etliche Steuerfranken aus Marc Richs Rohstoffhandelsimperium. Hier gab es viel Kritik von Seiten der Alternativ-Grünen wegen seinen Geschäftsbeziehungen mit Ländern wie dem Iran. Sie kritisierten aber auch, dass beim Abbau von Rohstoffen die Menschenrechte verletzt und die Umwelt zerstört würden.

«Marc Rich hat auch dazu beigetragen, dass wir stärker geworden sind», sagt der Alternativ-Grüne Rich-Kritiker Jo Lang. Die Alternativ-Grünen hätten sich als einzige politische Kraft gegen Richs Geschäftspraktiken gestellt und auch die Verstrickungen in der Zuger Wirtschaft angeprangert.