Markus Hürlimann gibt Zuger SVP-Präsidium definitiv ab

Der mutmassliche sexuelle Übergriff des Zuger SVP-Kantonsrates Markus Hürlimann auf eine Kantonsratskollegin hat politische Folgen. Der 40-Jährige tritt nun definitiv als Präsident der Kantonalpartei zurück. Im Kantonsparlament will er jedoch bleiben.

Porträtbild des abtretenden Parteipräsidenten der Zuger SVP, Markus Hürlimann

Bildlegende: Tritt an der Generalversammlung im März nicht mehr für das Amt des Präsidenten an: Kantonsrat Markus Hürlimann zvg

Markus Hürlimann kandidiert an der Generalversammlung vom 12. März nicht mehr für das Amt des Präsidenten. In einer Stellungnahme begründet der 40-Jährige seinen Entscheid: «Dieser Schritt erfolgte auf meinen eigenen – schon seit den Weihnachtstagen - gehegten Wunsch.»

Es sei ihm bewusst, dass er nicht mehr das nötige Vorbild sein könne, um die SVP Kanton Zug als Präsident zu führen. Noch wichtiger sei aber, dass nach einem solch belastenden und einschneidenden Ereignis die Prioritäten bei der Familie lägen.

Andererseits sei es für ihn «selbstverständlich», dass er sowohl seine Wählerinnen und Wähler als auch die SVP weiterhin im Kantonsrat vertreten werde. «Mein privates moralisches Fehlverhalten beeinträchtigt meine Arbeit als Kantonsrat in keinster Weise, und ich werde sowohl im Rat, als auch in den Kommissionen meinen Auftrat der Bevölkerung professionell umsetzen», schreibt Hürlimann weiter.

Der Zuger SVP-Nationalrat Thomas Aeschi bleibt weiterhin Interimspräsident. An der Generalversammlung soll dann ein neuer Präsident gewählt werden.

Jolanda Spiess-Hegglin will Ämter behalten

Ein Rücktritt ist für die zweite involvierte Person in der Zuger Politaffäre kein Thema. Die Alternativ-Grüne Jolanda Spiess-Hegglin will ihre politischen Ämter behalten. Zumindest vorläufig.

«Ich möchte weitermachen als Co-Präsidentin und Kantonsrätin, die Frage stellt sich einfach, ob ich die Kraft dazu habe», sagt Spiess-Hegglin auf Anfrage von Radio SRF. Ob auch ihre Familie genug Kraft habe, könne sie momentan noch nicht sagen.

Bei der Parteileitung der Alternativ-Grünen des Kantons Zug begrüsst man es, dass Spiess-Hegglin weitermachen will. Druck von der Parteileitung aus für einen Rücktritt gebe es nicht, betont Co-Präsidentin Barbara Beck auf Anfrage.

Verhaftung nach der Landammannfeier

Zum mutmasslichen sexuellen Übergriff soll es nach der Feier für den neuen Landammann Heinz Tännler (SVP) in der Nacht auf den 21. Dezember 2014 gekommen sein.

Am Morgen nach der Feier erwachte die grüne Kantonsrätin Jolanda Spiess-Hegglin nach eigenen Angaben mit Unterleibsschmerzen. Weil sie sich an nichts mehr erinnern konnte, ging sie ins Spital.

Die Ärzte informierten schliesslich die Polizei. Unter Verdacht geriet Markus Hürlimann, der mit Spiess-Hegglin zuletzt gesehen wurde. Er wurde verhaftet und einen Tag später wieder auf freien Fuss gesetzt.