Maultiere statt Helikopter sollen SAC-Hütten beliefern

Damit die Hütten des Schweizer Alpen-Clubs SAC versorgt sind, braucht es regelmässige Helikopterflüge. Diese sorgen bei Umweltschützern häufig für Kritik. Ein Pilotprojekt auf der Voralphütte im Göscheneralptal soll nun Gegensteuer geben. Als Alternative sollen Maultiere und Esel zum Einsatz kommen.

Ein Maultier, das von Leuten gestreichelt wird.

Bildlegende: Ökologischer und ruhiger: Maultiere sollen versuchsweise für die Belieferung von Hütten zum Einsatz kommen. Keystone

«Immer mehr Leute, die in ihrer Freizeit in die Berge gehen, regen sich über den Lärm der Helikopter auf», sagt Dieter Schlatter von der SAC-Sektion Uto. Die Sektion ist beim SAC im Kanton Uri für mehrere Hütten verantwortlich.

Nun startet die Sektion einen Pilotversuch: Ab 2017 sollen die Voralphütte im Gebiet Göscheneralp mit Maultieren und Eseln beliefert werden. Dieter Schlatter bestätigt einen entsprechenden Bericht der Neuen Zürcher Zeitung.

Die Belieferung der Hütte könnte so umweltfreundlicher gestaltet werden. Ausserdem könnten die Tiere auch eine Touristenattraktion sein. Aber es gebe auch Nachteile, ist sich Dieter Schlatter bewusst: «Ein Helikopter kann 800 Kilogramm Material transportieren, ein Maultier schleppt 150 Kilogramm.» Es brauche also mehr Lieferungen.

Die Kosten während des Pilotversuchs übernehmen die Mitglieder der Sektion Uto. Nun sei noch einiges zu tun, bis der Pilotversuch starten kann. Ein vollamtlicher Säumer muss gesucht werden, ein paar Tiere und deren Unterkunft müssen her.

Ausserdem müssen teilweise Wege verbreitert oder gar ein Felsen gesprengt werden. Auch dieser Aspekt ruft Kritiker hervor. Trotzdem ist Dieter Schlatter zuversichtlich, dass ab 2017 gestartet werden kann.