Mehrere Freilichttheater buhlen um die Gunst des Publikums

Ob in Luzern, Seelisberg, Willisau oder Einsiedeln. Gleich an mehreren Orten in der Region wird in diesem Sommer ein Freilichttheater aufgeführt. Welche Gründe gibt es für diesen Boom? Jagen sich die Produktionen das Publikum gegenseitig ab? Eine Theater-Fachfrau liefert Antworten auf diese Fragen.

Soldaten im Freilichttheater Suworow Andermatt

Bildlegende: In der Region finden gleich mehrere Freilichttheater statt. Im Bild das Freilichtspiel «Suworow» 2010 in Andermatt. Keystone

Liliana Heimberg

Bildlegende: Liliana Heimberg, Professorin für Theaterpädagogik, beschäftigt sich mit der Entwicklung der Freilichttheater. SRF

Freilichttheater erfreuen sich immer grösserer Beliebtheit. «Das ist nicht nur in der Zentralschweiz so, sondern in der ganzen Deutschschweiz», sagt Liliana Heimberg, Professorin für Theaterpädagogik an der Zürcher Hochschule der Künste.

Die 57-Jährige hat über 100 Theateraufführungen im In- und Ausland mitorganisiert – unter anderem ein Freilichtspiel auf der Tribschen-Halbinsel in Luzern.

Geschichten, die in der Region verwurzelt sind

Für den Freilichttheater-Boom sieht Liliana Heimberg mehrere Gründe: Der Erfolg von anderen Freilichttheaterproduktionen stachelt Gesellschaften an, ebenfalls ein Projekt zu wagen.

 «Zudem verfügt die Region über eine grosse Tradition des Theaterspielens und somit über einen grossen Pool an Laiendarstellerinnen und Laiendarstellern», so Liliana Heimberg gegenüber SRF. Weiter erzählten Freilichttheater Geschichten, die in der Region verwurzelt sind.

Trotz der geballten Ladung an Freilichtspielen glaubt Liliana Heimberg nicht, dass sich die Veranstaltungen Publikum abjagen: «Eine Sättigung gibt es aktuell noch nicht». Eine Studie habe zudem ergeben, dass die Besucherinnen und Besucher von Freilichttheatern vermehrt andere Freilichttheater besuchen. «Es gibt also quasi Freilichttheaterliebhaber, die auch an anderen Orten für einen regen Publikumsaufmarsch sorgen».