«Meinrad Lienert hatte wohl ab und zu Liebeskummer»

In diesem Jahr wäre der Einsiedler Mundartdichter Meinrad Lienert 150-jährig geworden. Einige seiner Gedichte wurden auch als Jodellieder vertont, unter anderem von Nadja Räss. Beispiele davon zu hören gibt es an einem Konzert.

Der Einsiedler Schriftsteller Meinrad Lienert wurde am 21. Mai 1865 geboren und gilt als einer der Begründer der Schweizer Mundartdichtung. Der Kanton Schwyz feiert in diesem Jahr seinen 150.Geburtstag mit verschiedenen Veranstaltungen. Eine davon ist ein Jodelkonzert, da viele seiner Gedichte als Jodellieder vertont wurden.

Kontakt zum Werk Lienerts bereits in der Schule

Hinter diesem Konzert steht die 35-jährige Jodlerin und Komponistin Nadja Räss, welche in Einsiedeln aufgewachsen ist. Sie kennt das Werk von Meinrad Lienert seit vielen Jahren: «Meinrad Lienert ist für mich ein wichtiger Autor, weil seine Gedichte schon Musik sind.»

Bereits als Schülerin in Einsiedeln habe sie die ersten Gedichte von Lienert kennen gelernt. «Ohne meine Herkunft wäre ich nicht über die Gedichte von Meinrad Lienert gestolpert», sagt Räss.

Bereits früh habe sie Kompositionen von anderen Komponisten mit Lienert-Texten gesungen. Inzwischen hat sich auch selber einige Gedichte vertont.

Gedichte rufen Stimmungsbilder hervor

«Meinrad Lienert hat sehr rhythmisch gedichtet, und da ist es einfacher, daraus die Musik zu entwickeln», erklärt Nadja Räss im Gespräch mit Radio SRF. «Er hat sehr gefühlsbetont gedichtet, Meinrad Lienert hatte wohl auch ab und zu Liebeskummer.» Ein Beispiel hierfür sei sein wehmütiges Gedicht «Es Übel». Ein solcher Text rufe bei ihr sofort Stimmungsbilder hervor. Nadja Räss sagt, dass sie die Gedichte von Lienert total faszinierend finde: «Ich hätte ihn gerne persönlich kennengelernt.»

Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr