«Menschen, die leben, als lebten sie nicht»

Zwölf Menschen auf der Suche nach dem wahren Leben: «Diebe» der deutschen Autorin Dea Loher bringt ihre Schicksale in eine Beziehung zueinander. Im Luzerner Theater erlebte das Stück am Samstag seine Schweizer Erstaufführung.

Eine Frau und ein Mann auf der Bühne im Luzerner Theater.

Bildlegende: Menschen auf der Suche: Wiebke Kayser als Ira und Horst Warning als Erwin in «Diebe» am Luzerner Theater. zvg

Die preisgekrönte 49-jährige Autorin schildert in «Diebe» ein komplexes Personengeflecht. Das Stück hat keine eigentliche Handlung, die Schicksale der zwölf Figuren hängen aber zum Teil eng zusammen.

Da ist zum Beispiel ein Bestatter mittleren Alters, der seiner minderjährigen Geliebten verspricht, deren biologischen Vater - einen Samenspender - aufzutreiben. Er nistet sich sogar ein bei dem Mann, einem Arzt - und wird von diesem umgebracht.

Bühnenbild auf Drehbühne

Und da ist eine Sängerin, die seit 43 Jahren auf ihren verschwundenen Mann wartet. Sie fragt sich, ob wohl viele Menschen so seien wie sie: «Menschen, die leben, als lebten sie nicht, als würde ihnen nichts von ihrem Leben gehören - als ob sie Diebe wären.»

Das Bühnenbild von Damian Hitz entspricht mit seinen verwinkelt-verschachtelten Spielräumen dem Inhalt des Stücks. Die Konstruktion steht auf einer Drehbühne, die dem Publikum den jeweils passenden Spielort präsentiert.

Dennoch wirkt der fast dreistündige Theaterabend etwas überdehnt. Ein straffender Eingriff, wie ihn die während der Probenzeit erkrankte Regisseurin Barbara-David Brüesch womöglich noch vorgenommen hätte, fehlt hier. Kurzfristig übernahm deshalb Schauspielchef Andreas Herrmann die Inszenierung.