Milde Winter-Temperaturen: Für Gemüse-Bauern ein Stress

Bei den momentanen Temperaturen schiessen beispielsweise Salat-Setzlinge regelrecht aus dem Boden. Das bringt Bauern in Bedrängnis: Vieles ist zur gleichen Zeit und früher als sonst bereit für den Verkauf. Die Folge: ein Überangebot. Auch Obst-Bauern hätten sich einen kälteren Winter gewünscht.

Ein Gemüsestand am Luzerner Wochenmarkt.

Bildlegende: Am Wochenmarkt in Luzern: Das viele Gemüse kann momentan auch dank guter Lagerung frisch verkauft werden. SRF/Silvan Fischer

Auch am Dienstag zeigte das Thermometer in der Zentralschweiz vielerorts mehr als zehn Grad an. Für diese Jahreszeit ungewöhnlich und eigentlich auch nicht problematisch für Gemüse-Bauern. Wenn der Winter bisher nicht sonst schon derart mild gewesen wäre.

Lösungen sind gefragt

Während der letzten Wochen spriessten deshalb zum Beispiel Salat-Setzlinge besonders schnell. «Nüsschen-Salat pflanzen wir jeweils gestaffelt an, damit er auch gestaffelt geernet werden kann. Doch heuer ist quasi alles gleichzeitig bereit für die Ernte», sagt Bäuerin Marlies Rösch aus Oberkirch im Kanton Luzern.

Dank guter Lagerung sei es möglich, das Gemüse länger zu verkaufen. Aber dennoch bleibe momentan immer mal wieder etwas übrig. Das werde dann kompostiert, respektive zum Düngen verwendet, so Marlies Rösch weiter.

Obst-Bauern beobachten Feuerbrand

Nicht nur für Gemüse-Bauern sind die momentanen Temperaturen eine Herausforderung. Auch Zentralschweizer Obst-Bauern sehen Nachteile eines milden Winters. «Ich denke, dass beispielsweise Läuse besser überwintern konnten. Im Frühling, wenn die Blätter wachsen, werden wir sehen, ob dies tatsächlich zu einem Problem wird», sagt Martin Wigger, Bio-Bauer aus Dierikon.

Auch bezüglich Feuerbrand hat Wigger Bedenken: «Im letzten Herbst zeigten sich da und dort Spuren von Feuerbrand-Bakterien in den Kulturen. Die Keime wären in einem kalten Winter sicherlich abgestorben.» Allerdings will Bauer Martin Wigger nicht in Panik verfallen: «Viel wichtiger ist, wie der Frühling wird. Wenn es dann nochmals warm und dazu länger feucht wird, wären das ideale Voraussetzungen für die Entwicklung und Verbreitung des Feuerbrands.»

Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr