Mit Mani Matter die Oper «neu zusammenpappen»

Über 40 Jahre nach dem Tod von Mani Matter kommt das Stück «Der Unfall» am Lucerne Festival zur Uraufführung. Der Berner Troubadour hatte es mit seinem Freund, dem Komponisten Jürg Wyttenbach, konzipiert. Kurz darauf starb Matter bei einem Autounfall. Jetzt hat Wyttenbach das Stück fertiggestellt.

Jahrzehntelang blieb das Werk «Der Unfall» in der Schublade liegen. Mani Matter hatte das Libretto und die Regieanweisungen fertig geschrieben. Aber nach seinem plötzlichem Tod im Jahr 1972 konnte sein Freund, der Komponist Jürg Wyttenbach, das Werk nicht wie geplant vertonen. «Ich hatte 40 Jahre keine Lust gehabt, es zu vollenden», erzählt der 80-jährige im Gespräch, «ich habe es zwar immer wieder versucht, aber erst vor zwei Jahren fand ich, ich müsse mich in meinem Alter doch noch dahinter machen.»

Jürg Wyttenbach und Mani Matter verband seit ihren Kindertagen eine enge Freundschaft. Auch musikalisch spannten sie mehrmals zusammen. Als Komponist hat sich Jürg Wyttenbach immer wieder über herkömmliche Grenzen der Musik hinweg gesetzt. Auch beim Stück «Der Unfall»: Die Idee sei gewesen, eine Oper in ihre Teile Sprache, Musik, Pantomime zu zerlegen und «neu zusammen zu pappen».

Jetzt haben die Basler Madrigalisten das Stück über einen Mann, der auf der Strasse von einem Auto überfahren wird, erstmals einstudiert. Das Werk kommt am Freitag, dem 21. August, im Luzerner Theater zusammen mit weiteren Mani-Matter-Vertonungen unter dem Titel «WyttenbachMatterial» auf die Bühne. Die Aufführung ist eine Kooproduktion von Lucerne Festival, Luzerner Theater und Gare du Nord in Basel.

Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr