Mit Strom auf Fischjagd

Von Oktober bis November schwimmen Seeforellen die Reuss aufwärts, um dort zu laichen. Weil diese Fischart im Vierwaldstättersee vom Aussterben bedroht ist, werden Seeforellen gezüchtet. Dabei spielt der Kanton Uri eine wichtige Rolle.

Die Seeforelle schwimmt für die Fortpflanzung in ihre Laichgewässer. Das sind Fliessgewässer, wie Flüsse oder Bäche. Dabei schwimmt sie, wie der Lachs, flussaufwärts.

Unterwegs stösst die Seeforelle auf verschiedene Probleme: Kraftwerke, Wehre, Uferüberbauungen oder zu wenige Schutzmöglichkeiten für Jungfische. Dies sind nur ein paar der Gründe, warum die Seeforelle vom Aussterben bedroht ist.

In der Nacht auf Fischjagd

Um ein Aussterben der Seeforelle zu verhindern, muss der Mensch eingreifen. Eine Möglichkeit ist zum Beispiel das Züchten von Seeforellen.

Der Kanton Uri macht das bereits seit 30 Jahren. Von der Zucht profitieren auch die anderen «See-Kantone», indem sie das Genmaterial der Urner Seeforelle übernehmen können.

Für die Zucht braucht es lebendige Fische, um Eier sowie Samen zu ergattern. Dafür gehen von Oktober bis November dreimal wöchentlich am Abend der Urner Fischereiinspektor Werner Tresch und verschiedene freiwillige Helfer auf Fischjagd. «Bei der Dunkelheit sehen uns die Fische nicht», erklärt Werner Tresch.

Elektrofanggerät verhindert Verletzung

Um die Fische nicht zu verletzen, werden die Forelle mit einem Elektrofanggerät kurz gelähmt, um sie anschliessend problemlos aus dem Wasser zu holen. Dies bedeute zwar einen kurzen Stress für die Tiere, aber es schade der Forelle nicht, so Werner Tresch.

Nach dem Fang werden die Forellen in die Fischzuchtanlage in Flüelen gebracht. Sobald sie laichreif sind, werden sie abgestreift: Bei den Weibchen werden die Eier mit einer leichten Bauchmassage aus dem Bauch gedrückt.

Anschliessend werden sie durch die Samen der Männchen auf die gleiche Weise befruchtet. Nach circa 4-5 Wochen schlüpft ein Fisch, nach rund 80 Tagen kann dieser in den See entlassen werden.

Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr

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