Zum Inhalt springen

Mobile Zahnarztpraxis Der Urner, der in den Stuben Zähne flickt

Michael Keller kurvt mit seinem Zahnarzt-Bus durch den Kanton Uri und behandelt seine Patienten bei ihnen zu Hause.

Voller Stolz zeigt Michael Keller seinen voll ausgestatteten Bus. Wenn er die Seitentür öffnet, kommt eine Sterilisationsanlage zum Vorschein. Hier kann der mobile Zahnarzt nach jedem Einsatz seine Instrumente gleich wieder bereit machen:

Michael Keller vor seiner mobilen Sterilisationsanlage an der Seitentür seines VW-Busses.
Legende: Michael Keller vor seiner mobilen Sterilisationsanlage. SRF

Hinten auf der Ladefläche des VW-Busses befinden sich eine Zahnstation mit Mikromotoren, Ultraschall und Absaugeinrichtung, ein Röntgengerät und ein zusammenklappbarer Zahnarztstuhl. Alles im Kofferformat. Denn Michael Keller geht zu seinen Patienten nach Hause, behandelt sie in ihrem Wohnzimmer oder in der Küche. So wie bei diesem Hausbesuch bei einem älteren Mann in Bürglen:

Michael Keller behandelt seinen Patienten mitten im Wohnzimmer.
Legende: Michael Keller behandelt seinen Patienten mitten im Wohnzimmer. SRF

Spezielle Bewilligungen für Geräte und Hygiene

Damit er sein Röntgengerät ausserhalb einer festen Praxis einsetzen darf, brauchte er eine Spezialbewilligung des Bundes. Für die Hygienefragen wiederum musste er sich mit der Kantonsapotheke absprechen. Wichtig sei dabei, dass er keine Keime von einem Patienten zum anderen übertrage. «Wenn ich in einem privaten Haushalt arbeite, kann ich getrost davon ausgehen, dass alle Keime, die dort sind, den Patienten nicht zusätzlich bedrohen», betont Keller. Deshalb könne er seine Materialien problemlos irgendwo in der Wohnung platzieren:

Michael Keller bereitet ein Abformung vor.
Legende: Michael Keller bereitet ein Abformung vor. SRF

Und er kann auch irgendwo mit seinen Geräten hantieren:

In der Küche setzt Michael Keller seine Fräse in Betrieb.
Legende: In der Küche setzt Michael Keller seine Fräse in Betrieb. SRF

Für Michael Keller ist klar: viele ältere, pflegebedürftige Menschen vernachlässigen die Zahnpflege und sind häufig nicht mehr in der Lage, eine Zahnarztpraxis aufzusuchen. Zahnärztliche Hausbesuche seien deshalb nicht nur gefragt, sondern auch notwendig. Mit dem Projekt «Geriadent» (zusammen mit dem Verein Labucca, Link öffnet in einem neuen Fenster) will er nun andere Zahnärzte und auch das Pflegepersonal von Spitex und Altersheimen für diese Problematik sensibilisieren. Die Hochschule Luzern begleitet das Projekt wissenschaftlich, der Kanton Uri überlegt sich zurzeit eine Mitfinanzierung.

SRF 1, Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr