Morgartentheater: Vergangenheit und Zukunft treffen sich

Die Schwyzer Regisseurin Annette Windlin inszeniert mit «Morgarten - der Streit geht weiter» ein Freilicht- und Musikspektakel. Verfasst hat das Stück der Autor Paul Steinmann. Eine Zeitreise geprägt vom Mythos Morgarten.

Die mythische Naturarena zwischen dem Ägerisee und dem Morgartendenkmal ist die Bühne des Freilichtspektakels «Morgarten - der Streit geht weiter». Über Hundert Schauspielerinnen und Schauspieler sind an der Aufführung des Stückes beteiligt.

Hofnarren übernehmen die Führung

Erzählt werden zwei Geschichten gleichzeitig: Die Ereignisse rund um die Schlacht am Morgarten im Jahr 1315, sowie die schwierigen Vorbereitungen zur Jubiläumsfeier. Narren, wie es sie auch zur Zeit des Habsburger-Fürsten Leopold schon gegeben hat, führen durchs Stück. Sie vermitteln zwischen Vergangenheit und Zukunft.

Weder Volkstheater noch Schlacht-Geschichte

Das Theaterstück ist eine Zeitreise. «Wir geben keine Antworten auf historische Fragen. Wir erzählen die Geschichte von heute, über die Vorbereitungen zur 700-Jahr-Feier und dabei schauen wir auch zurück ins Jahr 1315», sagt Regisseurin Annette Windlin.

Die historische Faktenlage zu den Ereignissen von damals ist dünn. «Das bot uns die Chance, die eigene Fantasie walten zu lassen. Für Kulturschaffende ist das ein gefundenes Fressen», erklärt Theater-Autor Paul Steinmann.

Der Mythos Morgarten, Symbol für Freiheit und Unabhängigkeit, kommt bei diesem witzigen Spiel nicht ganz ungeschoren davon. Es wird ihm aber auch kein neues Denkmal gesetzt.

«Morgarten - der Streit geht weiter» vom 7. August bis 12. September 2015.

(Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr)