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Nach dem Sika-Übernahmestreit «Als Verwaltungsrat sind wir allen Aktionären verpflichtet»

Legende: Audio «Sika hat durch diesen Konflikt keinen Schaden genommen.» abspielen. Laufzeit 6:10 Minuten.
6:10 min, aus Regionaljournal Zentralschweiz vom 08.06.2018.

SRF News: Der Übernahmestreit um die Sika ist abgeschlossen – Sika bleibt Sika. Bekamen Sie Reaktionen auf diese Einigung?

Paul Hälg: Ja, sogar sehr viele Reaktionen. Dies war der längste Übernahmekampf, den es in der Schweizer Geschichte oder vielleicht sogar weltweit gab. Er dauerte mehr als dreieinhalb Jahre. Viele Leute interessierten sich dafür und entsprechend zahlreich fielen die Reaktionen aus. Zu einem grossen Teil waren es positive Reaktionen.

Ist das Ende des Übernahmekampfes für Sie persönlich eine Genugtuung oder wie geht es Ihnen heute?

Mit der Lösung, die wir verhandelt haben, haben wir als Verwaltungsrat alle Ziele erreicht. Es ist eine Lösung, bei welcher alle ein bisschen gewinnen und verlieren. Es hat die Sika sicher viel gekostet, aber es ist eine gute Lösung. Von daher ist es sicher eine Genugtuung.

Paul Hälg

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Seit 2009 ist Paul Hälg Mitglied des Verwaltungsrates von Sika. Im April 2012 übernahm er zusätzlich den Posten des Verwaltunsratspräsidenten. Er ist 1954 geboren und schloss sein Chemiestudium an der ETH Zürich mit einem Doktortitel ab. Zudem war Paul Hälg bis 2016 CEO der Dätwyler Gruppe in Altdorf UR.

Es gab aber auch Kritik. Beispielsweise hiess es, dass es nicht ganz in Ordnung sei, wenn ein Verwaltungsrat die Besitzerfamilie ausbootet. Bekamen Sie solche Kritik auch von anderen Unternehmen?

Diese Kritik haben wir natürlich auch bekommen. Ich muss aber sagen, dass ich Mühe habe solche Vorwürfe nachzuvollziehen. Als gewählter Verwaltungsrat sind wir gegenüber allen Aktionären verantwortlich und nicht nur gegenüber der Besitzerfamilie. Wir haben darum die Pflicht im Sinne aller Aktionäre zu handeln und nicht nur im Sinne der Familie. Ich sehe hier nicht, dass wir uns in irgendeiner Art illegal verhalten haben und das Gericht hat uns diesbezüglich Recht gegeben. Wir haben lediglich unsere Pflicht getan und am Schluss kam dann alles gut.

Die Gemüter haben sich jetzt wieder beruhigt. Wie geht es weiter mit Sika?

Wir konnten diese Unsicherheit nun beseitigen – der Konflikt ist vorbei. Das gibt Energien frei, die jetzt zurück ins Tagesgeschäft der Sika fliessen können. Bei der Belegschaft ist eine grosse Erleichterung zu spüren, hat sie zusammengeschweisst und ich denke, wir werden noch an Dynamik zulegen. Wir schauen jetzt einmal unsere Strategie an und überprüfen die Ziele der Sika. Im nächsten Jahr werden wir neue Zielsetzungen präsentieren. Diese werden noch besser aussehen, als die bisherigen.

Das Gespräch führte Marian Balli.

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