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Nach Postauto-Skandal Zentralschweizer Kantone und Gemeinden hoffen auf Rückzahlungen

Auch die Zentralschweiz hat wohl zu viel bezahlt für ihre Postauto-Linien. Viel Geld dürfte indes nicht retour fliessen.

Legende: Audio «Die Zahlungen werden auch an die Gemeinden zurückfliessen» abspielen. Laufzeit 2:53 Minuten.
2:53 min, aus Regionaljournal Zentralschweiz vom 12.06.2018.

Insgesamt hat die Postauto AG dem Bund und den Kantonen rund 78 Millionen Franken zu viel verrechnet. Das geht aus dem am Montag veröffentlichten Untersuchungsbericht hervor. Was die Zentralschweiz angeht, sind es rund 2,3 Millionen Franken in den Jahren 2007 bis 2015.

Verhältnismässig wenige Postautos in der Region

Welche Beträge den einzelnen Kantonen zu viel angelastet wurden, ist noch nicht klar. Diese aufwendige Aufteilung muss vom Bundesamt für Verkehr erst noch vorgenommen werden. Für die Zentralschweiz zeichnet sich aber jetzt schon ab: Viel Geld wird wohl nicht rückerstattet.

In der Region verkehren nämlich verhältnismässig wenige Postauto-Busse. Im Kanton Luzern werden von über 100 Buslinien nur 29 von Postauto betrieben. Dafür zahlte der Kanton rund 7 Millionen Franken Subventionen – am meisten im Zentralschweizer Vergleich. Am anderen Ende der Skala steht der Kanton Zug, der 350'000 Franken ablieferte (siehe Tabelle).

Auch die Gemeinden könnten profitieren

Von den Rückzahlungen profitieren könnten auch die Gemeinden, beispielsweise in Luzern, erklärt Romeo Degiacomi vom Verkehrsverbund Luzern: «Der öffentliche Verkehr wird vom Kanton und den Gemeinden finanziert, deshalb werden die Zahlungen auch an den Kanton und die Gemeinden zurückfliessen.»

Welchen Kantonen von Postauto wie viel Geld zusteht, das soll möglichst rasch untersucht werden und die Zahlungen bis im Herbst erfolgen, versprach Verwaltungsratspräsident Urs Schwaller am Montag.

So viele Subventionen haben die Kantone 2017 an Postauto bezahlt

Luzern
7'000'000
Schwyz5'000'000
Nidwalden2'400'000
Obwalden
800'000
Uri420'000
Zug350'000

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