Natursteine verkleiden neue Betonwände in der Schöllenen

Die Strasse durch die Schöllenenschlucht an der Gotthardroute wird umfassend saniert - und mit viel Beton auch verbreitert. Damit die Strasse ihren historischen Charakter behält, verkleiden Steinhauer aus Portugal den Beton mit hiesigem Naturstein.

Blick auf die Baustelle in der Schöllenenschlucht.

Bildlegende: Auch der Beton für den verbreiterten Brückenbogen muss mit Naturstein verkleidet werden. zvg/Simon Gisler, Urner Wochenblatt

Gebaut wurde die Strasse durch die Schöllenen vor fast 200 Jahren - mit viel Naturstein aus der Gegend. Seit zwei Jahren wird die Verbindung zwischen Göschenen und Andermatt umfassend saniert. Um mehr Platz zu schaffen, unter anderem für Velos, ist auch eine Verbreiterung vorgesehen.

Einheimischer Stein - Fachleute aus Portugal

Das geht nicht ohne neue Betonmauern. Damit die Strasse aber ihren historischen Charakter behält, muss das Bundesamt für Strassen (Astra) als Bauherrin den Beton mit Naturstein verkleiden. Keine einfache Arbeit, zumal bei Brücken, die sich im Bogen über die noch junge Reuss spannen.

Zuständig für diese Arbeiten sind die Firmen der Gebrüder Armin und Daniel Infanger. Sie beschäftigen dafür Steinhauer aus Portugal; in der Schweiz seien fast keine Fachleute dafür zu finden. Zum Einsatz kommen Granitblöcke aus der näheren Umgebung - ein Umstand, den Daniel Infanger besonders freut: «Es ist dem Astra hoch anzurechnen, dass ein einheimischer Stein gewählt wurde.»

Die gesamte Sanierung der Strasse durch die Schöllenen dauert noch bis Ende 2019. Die Kosten sind mit 105 Millionen Franken veranschlagt.