Neue Hinweise im Vergewaltigungsfall Emmen

Die Luzerner Polizei hat nach ihrem erneuten Aufruf an die Bevölkerung mehrere neue Hinweise erhalten. Vor drei Wochen wurde eine Frau vom Rad gerissen und vergewaltigt. Sie ist seither gelähmt. Mehrere verdächtige Männer seien überprüft worden, verhaftet sei niemand.

Radweg in Emmen mit Aufruf der Polizei zu Hinweisen.

Bildlegende: Die Polizei bittet die Bevölkerung um Hinweise. Eine Belohnung von 10'000 Franken ist ausgesetzt. Keystone

Drei Wochen nach der Vergewaltigung einer Radfahrerin in Emmen haben die Ermittlungen noch zu keiner Verhaftung geführt. Nach dem erneuten Aufruf an die Bevölkerung seien mehrere neue Hinweise eingegangen: «Rund ein Viertel der Meldungen liefern neue Ermittlungsansätze, die wir jetzt überprüfen», sagt Kurt Graf, Kommunikationschef der Luzerner Polizei.

Mehrere Verdächtige überprüft

Die Polizei hat mehrere verdächtige Männer überprüft; wie viele gibt sie nicht bekannt. «Im Moment haben wir aber keinen Verdächtigen, der aufgrund von Spuren nicht entlastet wurde», sagt Graf weiter. Verhaftet worden sei niemand.

10'000 Franken Belohnung

Die Luzerner Staatsanwaltschaft hat für Hinweise 10'000 Franken Belohnung ausgesetzt. «Vielleicht gibt es Leute, die eine Hemmschwelle haben, der Polizei Hinweise zu liefern, die zum Täter führen. Da kann eine Entlöhnung animieren», meint der Mediensprecher der Luzerner Polizei.

Die Ermittlungen mit einem grossen Team würden auf Hochtouren laufen. «Wir gehen noch immer davon aus, dass wenn wir den mutmasslichen Täter ermitteln, wir ihm die Tat auch beweisen können.»

Weitere Vorfälle mit «keiner Verbindung» zum aktuellen Fall

Vor wenigen Tagen kam es in Emmen zu einem weiteren Angriff auf eine Frau, die sich wehren konnte. Und eine weitere Frau meldete, dass sie bereits vor einiger Zeit ebenfalls angegriffen wurde. «Aufgrund der Vorgehensweisen sehen wir keine Verbindung zum Vergewaltigungsfall», sagt Polizeisprecher Kurt Graf gegenüber Radio SRF.

Opfer noch nicht einvernommen

Die Polizei habe zwar mit dem Opfer, einer 26-jährigen Frau, erste Gespräche führen können, aber eine Einvernahme ist gemäss Polizei noch nicht möglich gewesen. Der Fall löst in der Bevölkerung grosse Betroffenheit aus. Vor drei Wochen, am Abend des 21. Juli, war die 26-jährige Frau bei Emmen auf ihrem Arbeitsheimweg an der Reuss vom Velo gerissen und in einem nahen Waldstück vergewaltigt worden. Sie wurde mit schweren Verletzungen aufgefunden und ins Schweizer Paraplegiker-Zentrum (SPZ) in Nottwil überführt. Sie ist gemäss den dortigen Ärzten querschnittgelähmt.