Neuer Verhaltenskodex für Luzerner Kantonsangestellte

Auf zwei Seiten beschreibt der neue Verhaltenskodex, was der Kanton Luzern von seinen Angestellten erwartet: Welche Geschenke verboten sind, wie Material beschafft oder wo Geheimhaltung erwartet wird. Für den Präsidenten der Luzerner Mittelschullehrer ist das ein Ausdruck von Misstrauen.

Ausschnitt des neuen Verhaltenskodexes für die Kantonsangestellten in Luzern.

Bildlegende: Das Schreiben an die Kantonsangestellten umfasst sechs Punkte. SRF/Silvan Fischer

Dass alle Kantonsangestellte den neuen Kodex unterschreiben sollen, habe für Aufsehen gesorgt, sagt Remo Herbst, der Präsident der Luzerner Mittelschullehrer. «Es ist eine gewisse Störung des Vertrauensverhältnisses des Arbeitgebers zu den Arbeitnehmern», sagt er. Die wichtigsten Punkte seien sowieso bereits gesetzlich geregelt.

Finandirektor Marcel Schwerzmann als oberster Personalchef des Kantons wehrt sich. Es handle sich nicht um Misstrauen, sondern sei die Empfehlung, die ein Experte nach Unregelmässigkeiten in der Informatik-Beschaffung abgegeben habe.

Regierung erwartet Kooperation

Schwerzmann erwartet, dass die Angestellten Ihre Unterschrift unter den Kodex setzten: Es gebe zwar keine schwarze Liste, aber in der Personalakte sei ersichtlich, wenn jemand nicht unterschrieben habe.

Genau dies stört Lehrer-Vertreter Remo Herbst, aber er empfiehlt, den Kodex zu unterschreiben. Sonst werde man als Stänkerer wahrgenommen.

Beim Verband des Luzerner Kantonspersonals dagegen seien keine Reklamationen eingegangen, heisst es dort auf Anfrage.