Nicht sehr komische Oper im Luzerner Theater

Das Luzerner Theater führt die Oper «Albert Herring» von Benjamin Britten auf. Die komische Oper erzählt vom Konflikt zwischen Erwachsenen und Jugendlichen. Die Inszenierung in Luzern hat einige Schwächen.

Szene mit sieben Sängerinnen und Sänger in grauen Kostümen.

Bildlegende: Albert Herring (links) soll zum Tugendkönig gekürt werden. Luzerner Theater/Tanja Dorendorf

1947 wurde die Oper «Albert Herring» von Benjamin Britten uraufgeführt. Die komische Oper kommt mit einer reduzierten Orchesterbesetzung aus und gilt als eigentliche Kammeroper.

Inhaltlich thematisiert das Werk den Generationenkonflikt. Erzählt wird die Geschichte des jungen Albert Herring, der zum Tugendkönig gekürt wird. Die Erwachsenenwelt will damit ein Zeichen gegen die Verrohung der Jugend setzen. Albert Herring ist unter der Fuchtel der Mutter und moralisch zweifelsfrei: trinkt nicht, spielt nicht, flirtet nicht.

Bei der Feier zum Tugendkönig mischen seine Schulfreunde Alkohol in die Limonade. Albert Herring gelingt dadurch ein neuer Blick auf die Welt. Er will seine eigenen Erfahrungen machen dürfen.

Die Aufführung im Luzerner Theater hat Schwächen

  • Regisseur Tobias Heyder zeichnet die Charakteren kaum. Sie bleiben in ihren grauen Kostümen farblos.
  • Die Inszenierung wagt nichts - es fehlt an originellen Ideen. Die Figuren agieren statisch.
  • Die Sängerinnen und Sänger singen zwar gut, verfehlen aber ab und an den Charakter der Kammeroper.

Benjamin Brittens Musik hingegen ist pointiert und rhythmisch. Die Oper ist durchaus hörenswert.

Regionaljournal Zentralschweiz; 17:30 Uhr