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Niemand will Präsident werden Der Urner Gemeinde Wassen droht die Zwangsverwaltung

Für die Gemeinderatswahlen im Herbst gibt es kaum Kandidaten – nun droht die Zwangsverwaltung durch den Kanton Uri.

Eigentlich sind in der Urner Gemeinde Wassen für den 23. September Gesamt-Erneuerungswahlen angesetzt. Von den sechs Gemeinderäten kandidieren aber lediglich deren zwei für eine weitere Amtszeit. Für das Präsidium stellt sich gar niemand zur Verfügung, wie die bisherige Gemeindepräsidentin Kristin Schnider gegenüber der «Urner Zeitung» sagte.

Gemeinderat braucht fünf Mitglieder

Mit dieser Ausgangslage kann die Wahl nicht durchgeführt werden. Gemäss den Vorgaben der Urner Kantonsverfassung muss ein Gemeinderat nämlich mindestens fünf Mitglieder haben, darunter eine Präsidentin oder einen Präsidenten.

Kristin Schnider ist im Gespräch mit dem Regionaljournal konsterniert: «So krass war unsere Situation noch nie. Das weist darauf hin, dass etwas in unseren Strukturen nicht stimmt.»

So krass war unsere Situation noch nie. Das weist darauf hin, dass etwas in unseren Strukturen nicht stimmt.
Autor: Kristin SchniderGemeindepräsidentin

Die Gemeinde habe ein halbes Jahr nach einer neuen Präsidentin oder einem neuen Präsidenten gesucht: «Nun muss das Volk mit Ideen kommen und sich etwas überlegen», meint Schnider. Dass sie in die Bresche springt und das Amt erneut übernehme, komme aber nicht in Frage. Sie trete aus finanziellen Gründen zurück, ausserdem sei das Amt als Gemeindepräsidentin heutzutage nicht mehr mit viel Ehre verbunden: «Frustrationen politischer Natur werden nicht selten am Gemeinderat ausgelassen.»

Frustrationen politischer Natur werden nicht selten am Gemeinderat ausgelassen.
Autor: Kristin SchniderGemeindepräsidentin

Wird die 400-Personen-Gemeinde keine Wahlen durchführen können, muss der Kanton eingreifen und Wassen zwangsverwalten. Schnider ist aber überzeugt, dass das nicht passieren wird: «Der Kanton ist nicht daran interessiert, die Gemeinde zwangszuverwalten.»

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