Nur wenige wählen: «Jeder ist selber verantwortlich»

Die Wahlbeteiligung ist im Kanton Luzern auf einen Tiefststand gesunken. Nur 38,7 Prozent der Stimmberechtigten füllten einen Wahlzettel aus. Am wenigsten Leute beteiligten sich in der Agglomerationsgemeinde Dierikon an den Wahlen.

Gemeindehaus mit Kirche im Hintergrund.

Bildlegende: In der Luzerner Agglomerationsgemeinde Dierikon war die Wahlbeteiligung mit 22,9 Prozent am tiefsten. SRF/Christian Oechslin

In der Luzerner Agglomerationsgemeinde Dierikon schien man sich am wenigsten darum zu kümmern, wie die Luzerner Regierung und das Parlament künftig zusammengesetzt sein werden. Gerade mal 22,9 Prozent gingen an die Urne.

Die Gemeinde an der Kantonsstrasse zwischen Luzern und Zug ist politisch fest in CVP-Hand. Vier von fünf Gemeinderäten stellt die Partei, die im Kanton Luzern eine grosse politische Tradition hat.

Deshalb tue es schon weh, dass ausgerechnet Dierikon die tiefste Wahlbeteiligung im ganzen Kanton hat, sagt CVP-Gemeindepräsident Hans Burri gegenüber Radio SRF.

«Üblicherweise haben wir in Dierikon immer eine tiefe Stimmbeteiligung, aber dass wir nun mit einem so grossen Abstand auf dem letzten Platz sind, hat mich schon überrascht», so Burri

«Wir haben viele Neuzuzüger»

Über die Gründe könne man nur spekulieren. Einerseits sei bei diesen Wahlen nur gerade ein Kandidat für die Kantonsratswahlen angetreten. Andererseits sei die Gemeinde in den letzten Jahren immer mehr gewachsen. «Wir haben viele Neuzuzüger aus anderen Kantonen und viele Pendler – die haben vielleicht noch nicht so einen Bezug zur Luzerner Politik.»

Peter Burri, Gemeindepräsident von Dierikon.

Bildlegende: Hans Burri, Gemeindepräsident von Dierikon. SRF/Christian Oechslin

Wie man mehr Leute dazu motivieren könnte, bei den Wahlen mitzumachen, diese Frage habe sich der Gemeinderat auch schon gestellt. Eine Lösung sei aber noch nicht gefunden. «Wir publizieren jeweils einen Hinweis im Gemeindeblatt aber aus unserer Sicht ist Wählen in erster Linie auch eine Frage der Eigenverantwortung», sagt Gemeindepräsident Hans Burri.