Obligatorische Deutschkurse für Asylsuchende im Kanton Luzern

Per Anfang 2016 hat der Kanton Luzern die Betreuung der Asylsuchenden von der Caritas übernommen. Das bringt auch mit sich, dass neu sämtliche Asylsuchende Deutschkurse besuchen müssen. Das Ziel: Sie sollen rascher in den Arbeitsmarkt integriert werden können.

Asylsuchende im Asylzentrum Glaubenberg beim Deutschunterricht.

Bildlegende: Deutschunterricht im Bundesasylzentrum Glaubenberg: Was hier freiwillig ist, wird im Kanton Luzern Pflicht. Keystone

Auf den 1. Januar 2016 hat der Kanton Luzern das Asylwesen neu organisiert. Die grösste Neuerung ist dabei, dass der Kanton die Asylsuchenden selbst betreut. Damit einher geht auch eine weitere Veränderung: Am 11. Januar startete der Kanton mit den ersten vier Klassen mit jeweils 15 Personen. Mitte Februar sollen weitere vier Klassen hinzukommen, wie der Luzerner Asylkoordinator Ruedi Fahrni in einem Interview mit dem Internet-Portal Zentralplus erklärt. Der Unterricht finde an drei Halbtagen pro Woche statt.

Schneller integrieren und Kosten sparen

Bisher waren die Deutschkurse freiwillig. Mit dem Obligatorium sollen die Teilnehmer in vier bis sechs Monaten das Anfänger-Niveau A1 erreichen, wie Fahrni weiter sagte. Man gehe davon aus, dass die Asylsuchenden dank dieses Unterrichts ein halbes bis ein ganzes Jahr schneller in den Arbeitsmarkt integriert werden könnten. Dies helfe, Sozialhilfekosten einzusparen.

Insgesamt wird das neue Angebot laut dem Kanton keine höheren Kosten im Asylwesen generieren. Man setze im Gegenzug weniger Pädagogen ein, die mit den Asylsuchenden gemeinnützige Arbeit durchgeführt hätten, erklärte Fahrni.