Obwalden entscheidet über den Flugplatz Kägiswil

Regierung und Parlament wollen Piste und Rollfelder kaufen und renaturieren. Dagegen wehren sich Motor- und Segelflieger. Der Entscheid über die Zukunft des Flugplatzes Kägiswil fällt in der Abstimmung vom 3. März.

Der Flugplatz Kägiswil aus der Luft.

Bildlegende: Motor- und Segelflieger haben gegen die Aufhebung des Flugplatzes Kägiswil das Referendum ergriffen. zvg

Insgesamt kann der Kanton Obwalden von der Schweizer Armee für 1,8 Millionen Franken fast 70'000 Quadratmeter Land in Kägiswil kaufen. Ein Teil davon liegt in der Bauzone nördlich des Flugfeldes. Dort soll ein neues Zentrum für den Zivilschutz gebaut werden.

Realersatz für Hochwasserschutz

Umstritten ist die künftige Nutzung des Flugplatzes, der von der Armee nicht mehr benötigt wird. Der Kanton Obwalden will den Flugplatz aufheben, aus der Piste und den Rollfeldern sollen wieder Wiesen für die Landwirtschaft werden. Im Kaufpreis von 1,8 Millionen Franken sind die Kosten für die Renaturierung bereits enthalten.

Dieses Land könnte unter anderem als Realersatz dienen, wenn die Bauern Land für den Hochwasserschutz bei der Sarneraa abtreten müssen. Für die Regierung besteht daran ein grösseres öffentliches Interesse als an einem privaten Flugplatz. Der Kantonsrat genehmigte den Kauf mit 30 zu 0 Stimmen, bei 19 Enthaltungen.

Wichtiger Ausbildungsort

Die Flugplatzgenossenschaft Obwalden hingegen will den Flugplatz Kägiswil erhalten und hat deshalb gegen die Vorlage das Referendum ergriffen. Sie sieht im Flugplatz einen wichtigen Standortvorteil für den Kanton Obwalden.

Das Flugfeld wird von vier Vereinen mit rund 350 Piloten genutzt; neben Motor- und Segelfliegern sind auch Fallschirmspringer aktiv. Kägiswil habe eine wichtige Rolle in der Ausbildung des fliegerischen Nachwuchses. Es sei nicht sinnvoll, eine funktionierende Infrastruktur mit öffentlichen Geldern aufzuheben.