Obwalden sistiert Pläne für Tunnel Kaiserstuhl

Die Obwaldner Regierung legt beim Tunnelprojekt Kaiserstuhl zwischen Giswil und Lungern einen Marschhalt ein. Die Pläne für das 300-Millionen-Franken-Projekt werden für fünf Jahre sistiert. In Lungern ist man konsterniert.

Visualisierung des Südportals des sistierten Tunnels Kaiserstuhl.

Bildlegende: Visualisierung des Südportals des sistierten Tunnels Kaiserstuhl. zvg

Die kurvige Strasse zwischen Giswil und Lungern ist gefährlich und ist Wind und Wetter ausgesetzt. Mit dem geplanten Kaiserstuhl-Tunnel will man den vier Kilometer langen Abschnitt sicherer und fahrerfreundlicher machen. Diese Pläne hat die Obwaldner Regierung nun für fünf Jahre auf Eis gelegt.

Der Obwaldner Baudirektor Paul Federer befürchtet Mehrverkehr. «Wegen der vielen Umfahrungsstrassen könnte die Strecke zwischen Lopper und Brünig, durch den Kanton Obwalden, zur Transitstrecke werden.»

In Lungern hat man kein Verständnis für diese Sistierung und ist enttäuscht von der Obwaldner Regierung. Umso mehr, weil auch der Bund die Pläne bereits abgesegnet hat und 97 Prozent der geplanten 300 Millionen Franken Gesamtkosten finanzieren würde.

«  Obwalden hört nicht in Giswil auf. »

Sepp Vogler
Gemeindepräsident von Lungern

In Lungern befürchtet man hauptsächlich einen Standortnachteil, sagt Sepp Vogler, Gemeindepräsident von Lungern gegenüber Radio SRF. «Wir sind eindeutig schlechter erschlossen als andere Gemeinden. Obwalden endet nicht bereits in Giswil, auch wir gehören zum Kanton.»

Geplanter Verlauf des Tunnels Kaiserstuhl

Bildlegende: Kaiserstuhl würde duch einen 2,5 Kilometer langen Tunnel umfahren. zvg

Während der nächsten fünf Jahre will die Regierung bei diesem Projekt noch einmal über die Bücher. Zudem arbeitet das Bundesamt für Strassen Astra an einer Studie. Deren Ergebnisse will man vor der weiteren Planung abwarten.

Am 27. Juni 2014 diskutiert das Obwaldner Kantonsparlament die Kaiserstuhl-Pläne. Der Entscheid ist aber gefällt; die Pläne wandern für fünf Jahre in die Schublade.