Obwaldner Kantonsrat will A8-Ausbau am Brünig vorantreiben

Die Obwaldner Regierung muss mit dem Ausbau der A8 am Brünig zwischen Giswil und Lungern vorwärts machen. Das Kantonsparlament lehnt es ab, die Planung fünf Jahre lang zu sistieren, wie das die Regierung wollte.

Blick auf einen Tunnelausgang.

Bildlegende: So könnte dereinst das Portal der A8-Umfahrung Kaiserstuhl am Brünig aussehen. zvg

Der Obwaldner Regierungsrat hatte sich im November 2013 in Absprache mit Bundesrätin Doris Leuthard für einen fünfjährigen Planungsstopp entschieden. Er wollte anstelle des geplanten vier Kilometer langen Nationalstrassenabschnitts samt Tunnel für 295 Millionen Franken günstigere Lösungen prüfen.

Der Regierungsrat befürchtet nach einem Ausbau der A8 mehr Transitverkehr durch Obwalden und mehr Stau am Lopper. Motionär Bruno Furrer (CVP) sagte, sämtliche Verkehrsanalysen würden die Befürchtungen der Regierung entkräften. Zudem handle es sich in Bezug auf Sicherheit, Naturgefahren, Umweltverträglichkeit und Kosten um das beste Projekt.

Besprechung nächste Woche

Baudirektor Paul Federer lehnte die Motion ab. Es bestehe kein dringender Handlungsbedarf. Unterstützung erhielt die Regierung unter anderem von Guido Cotter (SP). Rund 300 Millionen Franken für Probleme zwischen Giswil und Lungern sei eine «Luxuslösung», sagte er, auch wenn der Bund 97 Prozent der Kosten übernehme.

Die grosse Mehrheit im Rat sah das anders. Die dringliche Motion wurde mit 42 zu 6 Stimmen bei 3 Enthaltungen angenommen. Bereits kommende Woche will sich Baudirektor Paul Federer mit Vertretern des Bundes treffen, um das weitere Vorgehen zu besprechen.