Obwaldner Parlament will beim Tunnel Kaiserstuhl Gas geben

Von einem Marschhalt, wie ihn die Regierung beschlossen hat, will der Kantonsrat nichts wissen. Mit Ausnahme der SP forderten alle Parteien die Regierung auf, das Projekt zügig voranzutreiben. Die Umfahrung mit einem Tunnel würde knapp 300 Millionen Franken kosten.

Computerbild des geplanten Tunnels Kaiserstuhl beim Lungernsee. Zu sehen ist das südliche Portal mit Autos.

Bildlegende: So könnte das Südportal des Tunnels Kaiserstuhl beim Lungernsee aussehen. zvg

Unter anderem wegen der hohen Kosten hat die Obwaldner Regierung beschlossen, das Projekt für fünf Jahre zu sistieren. Zudem will sie die Entwicklung der Verkehrsströme abwarten. Es soll verhindert werden, dass Obwalden noch mehr Durchgangsverkehr erhält. «Ein Marschhalt kommt dem Projekt zugute», sagte Baudirektor Paul Federer.

Diese Gründe leuchteten einer klaren Mehrheit im Parlament nicht ein. In der Beratung einer Interpellation von Josef Stalder (CSP) aus Lungern wurde die Regierung dazu aufgefordert, die Handbremse bei der Planung zu lösen. «Es gibt keinen Grund für einen Marschhalt», sagte Hubert Schumacher (SVP).

Kein Grund zu warten

Auch für die anderen Parteien liegen genügend Fakten auf dem Tisch. Planung und Bau der Umfahrung sollten deshalb zügig vorangetrieben werden. Schliesslich gehe es um eine sichere und witterungsunabhängige Verbindung nach Lungern. Sollte die Regierung nicht von sich aus auf die Sistierung verzichten, wurden weitere politische Vorstösse in Aussicht gestellt.

Einzig die SP vertrat die Meinung, ein Marschhalt könnte sich durchaus lohnen. «Ursprünglich war die A8 mit einer offenen Linienführung geplant», rief Guido Cotter in Erinnerung. Erst die nochmalige Überarbeitung des Projekts habe die heute allseits geschätzten Tunnellösungen für die Dorfumfahrungen gebracht.

(Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr)