Zum Inhalt springen
Inhalt

Zentralschweiz Obwaldner Regierung fordert Aufhebung von Auenschutz

Zwei Bäche in Giswil und Sarnen gehören seit über 20 Jahren zum Inventar der geschützten Auengebiete. Als der Kanton die Gebiete im letzten Jahr stärker schützen wollte, formierte sich Widerstand. Jetzt stellt sich die Regierung hinter die Bevölkerung und schreibt einen Brief an den Bundesrat.

Das Auengebiet Laui
Legende: Am Lauibach muss in Sachen Hochwasserschutz aufgerüstet werden. Laut Regierung würde der Auenschutz dies erschweren. Google Maps

Über 100 Einsprachen und rund 600 Demonstranten hatten sich im Dezember 2014 gegen die stärkere Unterschutzstellung der Gewässer gewehrt. Die Bedenken: Das Bräteln, Baden und Biken würde in den zwei beliebten Naherholungsgebieten eingeschränkt.

«In einem geschützten Auengebiet sind Konflikte vorprogrammiert»

Nach Gesprächen mit der Bevölkerung hat der Regierungsrat seine Meinung nun geändert: In einem Brief fordert er die Aufhebung der Schutzgebiete.

Damit wolle man vor allem verhindern, dass dem Hochwasserschutz Steine in den Weg gelegt werden, sagt Baudirektor Paul Federer: «Der Hochwasserschutz soll heute stärker gewichtet werden als früher. In einem geschützten Auengebiet sind Konflikte aber vorprogrammiert.» So würden Schutzbauten schwieriger umsetzbar und teurer - nicht gerade das, was man sich nach dem Hochwasser von 2005 wünsche, meint Federer.

Schutzbestimmungen überflüssig

Hinzu komme, dass der Auenschutz die touristische Entwicklung der Gemeinde Giswil behindere. Auch gebe es in Obwalden einen überdurchschnittlich hohen Flächenanteil an Biotopen von nationaler Bedeutung - Bevölkerung und Gemeinden wüssten deshalb auch ohne Schutzbestimmungen, wie mit der Natur umzugehen sei.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

2 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Der Naturschutzgedanke stirbt langsam. Das ist sehr bedauerlich. Muss unbedingt aus jedem Quadratmeter Profit geschlagen werden? Soll auch der Artenschutz preisgegeben werden? Soll die Schweiz verödet werden? Fragen, die zum Nachdenken anregen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von gabi bossert (goba)
    Zunehmender Tourismus in geschützten Gebieten bedeutet mehr und mehr Zerstörung unserer wichtigen Lebensgrundlagen. Es werden Deponien an Unrat entsorgt werden, die Rücksichtslosigkeit ist überall zu beobachten, das Wegwerfsystem des Wohlstandes setzt bereits deutliche Zeichen. Wir sind nicht mehr bereit zu schützen, wir müssen jeden Flecken nützen für unsere Menschen Bedürfnisse und hinterlassen ein unverantwortliches Chaos.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen