Obwaldner Wirtschaft stark - Hotellerie schwächelt

Im Kanton Obwalden hat die Exportbranche, die durch die Euroschwäche verursachten Schwierigkeiten gut weggesteckt. Zu kämpfen hatte im ersten Halbjahr allerdings weiter der Tourismus. Die Logiernächte brachen im Vergleich zum Vorjahr um über 13 Prozent ein.

Asiatische Touristen auf dem Titlis.

Bildlegende: Wegen strengerer Visumsbestimmungen besuchten weniger asiatische Gäste den Titlis. Keystone

Diese eher düsteren Zahlen gehen aus der halbjährlichen Wirtschaftsprognose für Obwalden des Forschungsinstituts Bakbasel hervor. Für 2016 erwartet das Institut im Halbkanton ein Wachstum des Bruttoinlandprodukts von 1,7 Prozent. Schweizweit soll die Wirtschaft um 1,6 Prozent zulegen.

Gut lief es in Obwalden vor allem bei den Exportherstellern von elektrischen Ausrüstungen, Gummi und Kunststoff. Mit einem Plus von 6,5 Prozent lagt die Wachstumsrate im Export in Obwalden über dem Schweizer Schnitt von 4,7 Prozent.

Weniger ausländische Gäste

In einer schwierigen Situation befindet sich laut Bakbasel weiterhin das Gastgewerbe, nachdem deutlich weniger ausländische Gäste anreisten. Die Zahl der Logiernächte ging um 13,4 Prozent zurück. Gründe sind ein verlangsamtes Wirtschaftswachstum in den Schwellenländern, Terrorangst und strengere Visumspflichten in Europa für Chinesinnen und Chinesen.

In den Obwaldner Tourismusgebieten Melchsee-Frutt und Engelberg-Titlis lässt man sich von den Prognosen nicht beunruhigen:

«  Bis jetzt musste in Engelberg noch kein Hotel schliessen - Wir haben zum Beispiel mehr Gäste aus Deutschland und Skandinavien. Es ist noch der falsche Zeitpunkt für Krisenszenarien.  »

Frédéric Füssenich
Direktor Engelberg-Titlis Tourismus

Auch auf der Melchsee-Frutt, auf der man vor allem vom Tagestourimus lebt, rechnet man nicht mit grossen Einbrüchen:

«  Unsere Zahlen steigen seit fünf Jahren leicht. Wir denken, dass diese stabil bleiben.  »

Daniel Dommann
Geschäftsführer Melchsee-Frutt

Trotz dem schlechten Jahr 2016 lassen sich die Obwaldner Tourismus Gebiete nicht aus der Ruhe bringen. Das Gastgewerbe, so Frédéric Füssenich, habe sich schon immer wieder an schwierige Bedingungen anpassen müssen.