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Zentralschweiz Petra Gössi will FDP-Präsidentin werden - bisher ohne Konkurrenz

Die Schwyzer Nationalrätin Petra Gössi möchte von Philipp Müller das FDP-Präsidium übernehmen. Unterdessen hat sich einer ihrer möglichen Konkurrenten aus dem Rennen genommen: der Berner Nationalrat Christian Wasserfallen.

Die Schwyzer FDP-Nationalrätin Petra Gössi während einer Rede.
Legende: Wird eine Frau nächste Präsidentin der FDP? Die Schwyzer Nationalrätin Petra Gössi will kandideren. Keystone

Die Schwyzer Nationalrätin Petra Gössi steigt in den Kampf ums FDP-Präsidium ein. «Gerne stelle ich mich dem entsprechenden Auswahlverfahren», teilte die 40-jährige Juristin am Samstagabend mit.

Den Entscheid für eine Kandidatur sei nach einem ersten Sondierungsgespräch mit der Findungskommission gefallen, schrieb Gössi. Weitere Angaben machte sie nicht. Sie weile zurzeit im Ausland und stehe erst ab dem 15. Februar für Medienanfragen zur Verfügung.

Gössi ist seit 2011 Nationalrätin. Sie sitzt derzeit in der Kommission für Wirtschaft und Abgaben und in der Kommission für Rechtsfragen. Von Juni 2004 bis November 2011 politisierte Gössi im Schwyzer Kantonsparlament. Seit Mai 2012 präsidiert sie die FDP Kanton Schwyz.

Wasserfallen aus dem Rennen

Als Favorit für den FDP-Präsidentenposten galt lange der Berner Nationalrat Christian Wasserfallen. Er wollte ursprünglich am Montag bekannt geben, ob er kandidiert.

Doch nun teilte der 35-Jährige bereits am Sonntag mit: «Es gibt für mich in meinem Alter weitere politische Wege, die in naher Zukunft spruchreif werden können.» Im Fokus seiner politischen Arbeit stünden Dossiers wie Bildung und Forschung, Energie und Umwelt sowie die Zukunft des bilateralen Weges.

Petra Gössis Chancen

Vincenzo Pedrazzini, der Präsident der Findungskommission, hält sich bedeckt, was die Chancen von Petra Gössi angeht. Er sagt: «Wir freuen uns über jede Kandidatur.» Ob die Tatsache, dass sich Christian Wasserfallen aus dem Rennen genommen hat, die Chancen von Petra Gössi erhöhe, kann der Wollerauer Pedrazzini nicht sagen: «Wir sind noch mit anderen möglichen Kandidaten im Gespräch. Die Meldefrist läuft bis Ende Februar.»

Die Frauenfrage spielt überhaupt keine Rolle.
Autor: Vincenzo PedrazziniPräsident FDP-Findungskommission

Die Frage, ob Kandidaturen von Frauen einen Vorteil hätten, verneint Vincenzo Pedrazzini. Das Geschlecht spiele keine Rolle. Vielmehr sei es wichtig, dass Männer und Frauen im Auswahlverfahren gleich berechtigt behandelt würden.

Noch drei Wochen Zeit

FDP-Präsident Philipp Müller hatte Mitte Dezember überraschend seinen Rücktritt von der Parteispitze bekanntgegeben. Nach nur vier Jahren im Amt will der Aargauer Ständerat jungen Kräften in der Partei Platz machen.

Nach Ansicht von FDP-Vizepräsident Christian Lüscher sollte ein Kandidat oder eine Kandidatin um die 40 Jahre ernannt werden. Ein Westschweizer müsse es nicht sein. Für das Anforderungsprofil ist jedoch die Findungskommission zuständig.

Bis am 29. Februar 2016 können Kantonalparteien und der Partei nahestehende Organisationen Kandidaturen einreichen. Die Wahl erfolgt schliesslich an der Delegiertenversammlung vom 16. April.

2 Kommentare

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  • Kommentar von H. Wach (H. Wach)
    Gratuliere zur Herausforderung. Der CH-Politik tut es gut, wenn endlich eine Frau aus dem bürgerlichen Lager das Parteipräsidium übernimmt, gegenüber den linken Parteipräsidentinnen. Eine Frau, die hoffentlich aufgrund ihrer Karriere der realen, liberalen Wirtschaftspolitik dient. Und nicht der Vetternwirtschaft. Bemerkung: Als Juristin absolvierte sie ein Nachdiplomstudium „Master of Economic Crime Investigation“ (?!)
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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Eine Frau ist sicher besser als ein Mann. Aber auch eine Frau sollte sich nicht für "Wirtschaft über alles" einsetzen. Vielleicht kann sie als Frau, zwischen guter schweizerischer Wirtschaft und schädlicher globaler Wirtschaft unterscheiden. Ich persönlich traue einer Frau mehr zu! Vielleicht sieht mal jemand, dass unsere Landwirtschaft die wichtigste "schweizer Wirtschaft" ist.
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