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Zentralschweiz Polizei stürmt Asylzentrum in Steinhausen

In der Asyl-Durchgangsstation Steinhausen (ZG) hat sich am Mittwochnachmittag eine Familie mit einem Kleinkind verschanzt und Drohungen ausgesprochen. Nach rund dreistündigen Verhandlungen stürmte eine Sondereinheit das Gebäude.

Legende: Video Polizei stürmte Asylzentrum abspielen. Laufzeit 00:42 Minuten.
Aus 10vor10 vom 18.02.2015.

Kurz nach 15 Uhr war bei der Zuger Polizei die Meldung über eine Bedrohung im Asylzentrum eingegangen, wie Marcel Schlatter, Sprecher der Strafverfolgungsbehörden, sagte. Die Polizei umstellte danach das Gebäude und evakuierte die übrigen Bewohner.

Die Situation sei sehr heikel gewesen, sagte Schlatter. Es sei ein Messer im Spiel gewesen. Das Paar habe gedroht, sich und dem Kind ein Leid anzutun. Zudem habe es bei der Aktion sehr viel Geschrei gegeben.

«Wir konnten die Situation entschärfen»

Während rund dreier Stunden versuchten Polizei und Dolmetscher die Drohenden zu überreden, sich zu ergeben. Als dies nicht gelang, entschloss sich die Polizei kurz nach 18 Uhr zu einem Zugriff. «Uns ging es darum, dass niemand schwer verletzt wird. Wir konnten die Situation entschärfen», sagte Schlatter.

Das Ehepaar wurde überwältigt, und das Kind wurde in Sicherheit gebracht. Die beiden Erwachsenen wurden danach ins Spital gebracht und auch psychisch betreut. Die Frau habe Schnittwunden an der Hand erlitten, sei aber nicht schwer verletzt. Der Mann habe ebenfalls Schnittwunden am Bauch gehabt. Die beiden hätten sich offenbar bereits vor der Stürmung selbst verletzt.

Negativer Asylentscheid

Der 4-jährige Junge blieb unverletzt, dürfte aber traumatisiert sein, wie der Polizeisprecher sagte. Der Mann sei psychisch stark angeschlagen. Die Flüchtlingsfamilie hatte einen negativen Entscheid erhalten und hätte zurück nach Italien müssen. Bei den drei Personen handle es sich um Bewohner des Asylzentrums. Sie konnten von der Polizei noch nicht befragt werden.

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32 Kommentare

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  • Kommentar von Urs Aschwanden, Luzern
    Viele Schweizer scheinen zu vergessen, dass wir hier über MENSCHEN sprechen! Giftige Kommentare über die Gründe, warum diese Menschen zu uns kommen, sind in dieser Situation kaum angebracht. Vor hundert Jahren waren es übrigens Schweizer Wirtschaftsflüchtlinge, die die Schweiz in Richtung Nord- und Südamerika verlassen haben. Das nur so mal zur Erinnerung. Wir hatten das Glück in "richtigen" Land geboren worden zu sein. Diese Menschen nicht. Kein Mensch verlässt seine Heimat einfach so.
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    1. Antwort von Peter Obrecht, 254 Grenchen
      Lieber Urs 80% unserer Asylanten sind keine denn wer 7'000.- bis 8'000.- tausend Franken zahlt für in die Schweiz zu reisen ist kein Asylant!!! Die richtigen sind noch in ihrem Heimatland oder Nachbarländer in Flüchtlingslager!
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  • Kommentar von Peter Meier, Bern
    Der Schweizer rümpft gerne die Nase über alles, was ihm fremd ist. Und das ist nicht wenig. Am meisten fremd scheinen ihm verzweifelte Menschen, und überhaupt: das Soziale. Mit der Verzweiflung anderer konfrontiert, reagiert er automatisch mit schnippischer Ueberheblichkeit und biederer Dümmlichkeit, gepaart mit einem gerütteltem Mass an geschichtsloser Selbstgerechtigkeit. So weiss er sich effizient gegen jeden Anfall von Empathie zu wehren umgeben von einer Mauer der kultiviertenGefühlskälte.
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    1. Antwort von Beppie Hermann, Bern
      Also bitte,Herr Meier,die CH nimmt verhältnismässig von allen eur.Ländern nicht nur am meisten Migranten,auch Asylanten auf,so stands neulich in allen Medien.Der Ansturm ist nicht umsonst so gross,sie wissen,wo am meisten gehätschelt wird.Es fehlt einzig der persönl.Betreuer!Fotos+Filmen zu entnehmen,kommen fast nur junge Männer.Sie könnten sich gegenseitig helfen,stattdessen lesen wir in Schlagzeilen von Unzufriedenheit,Forderungen,Streiks,Ramponieren, Streit untereinander,Kriminalität usw
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    2. Antwort von Chris Teufi, Klosters
      @Meiner: Schön gesagt, nichts weiter anzumerken )
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    3. Antwort von Franz NANNI, Nelspruit SA
      Danke Beppie!!! auf den Punkt gebracht..
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    4. Antwort von Franz NANNI, Nelspruit SA
      aeh, Herr Meier wird wohl selber einige der Verzweifelten betreuen in Zukunft?, meine moralische Unterstuetzung sei ihm gewiss...!!!
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    5. Antwort von R. Graf, SO
      @B.H., das stimmt, solche Schlagz. bekommen wir zu lesen. Wissen Sie warum? Weil über Asylb., bei denen alles rund läuft, praktisch gar nicht berichtet wird. Das ist schade! Ich habe jede Woche Kontakt mit Asylb. aus mehreren Unterkünften und dort gibt es keine Probleme. Das Wichtigste was Ausländer brauchen, ist der Kontakt zu uns Einheimischen. Aus meiner pers. Sicht wären hier auch ganz bes. christl. Gemeinden gefragt, die bereit sind, sich ehrenamtlich zu engagieren. Nächstenliebe praktisch!
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    6. Antwort von Adrian Flükiger, Bern
      @Meier: Dass, das was sie schreiben zutreffend ist zeigt sich am Vergleich mit dem Umgang des HSBC Skandals und den durchgeführten Hausdurchsuchungen im Raum Genf. Solange es sich bloss um Geld handelt, können die Hintermänner noch so kriminelle Kerle sein. Für dieses Pack sind wir gerne die Zufluchtshochburg, indem wir ihr Handeln runterspielen und uns über die zupackende Justiz auslassen...
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  • Kommentar von R. Graf, SO
    Wäre es eine Schweizer Familie, würde über die möglichen Hintergründe spekuliert. Sind es hingegen Asylbewerber, spielt das alles keine Rolle mehr. Nehmen Hooligans ein Stadion auseinander, sind es die Hooligans. Brechen Drogensüchtige in eine Apotheke ein, dann sind es die Drogensüchtigen. Werden ausländische Drogendealer von der Polizei erwischt, dann sind es nicht die Drogendealer, sondern die Ausländer. Wird Zeit, dass wir lernen zu unterscheiden.
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