Präzision auf dem Eis - im Rollstuhl

An der WM in Luzern können die besten Teams der Welt beobachtet werden. Rollstuhl-Curling wird nach den gleichen Regeln gespielt wie Fussgänger-Curling. Mit einer Ausnahme: Das Wischen entfällt. Deshalb braucht es noch mehr Präzision.

EIn Mann im Rollstuhl mit Curling-Stein.

Bildlegende: Beim Rollstuhl-Curling wird der Stein von Hand oder mit einem Stick (Bild) abgegeben. Keystone

Die Weltmeisterschaft im Rollstuhl-Curling findet bereits zum vierten Mal in der Schweiz statt. Mit dabei sind die zehn besten Teams der Welt, darunter die USA, China, Südkorea, Russland oder Deutschland. Nebst dem Weltmeistertitel geht es um die Qualifikation für die paralympischen Winterspiele 2018 in Südkorea.

Seine Anfänge nahm das Rollstuhl-Curling in der Schweiz vor knapp 20 Jahren, erinnert sich OK-Präsident Bruno Schallberger. Der frühere Eishockeyspieler war damals im Curling-Verband aktiv, als er eine Anfrage des Paraplegikerzentrums Nottwil erhielt, ob Curling nicht auch im Rollstuhl gespielt werden könnte: «Wir begannen dann mit 15 Interessierten.»

Kein Wischen

Im Sommer gebe es viele Möglichkeiten für Menschen im Rollstuhl, sich sportlich zu betätigen. Anders im Winter, sagt Schallberger: «Skifahren ist mit grossem Aufwand verbunden, und sonst gibt es nicht viel. Curling ist deshalb ideal, es gibt ja 45 Hallen in der Schweiz.»

Heute sind in der Schweiz rund 60 Spielerinnen und Spieler aktiv. Curling im Rollstuhl wird gleich gespielt wie Fussgänger-Curling - mit einem Unterschied: Das Wischen entfällt. «Deshalb muss der Stein viel präziser abgegeben werden, damit er im Ziel liegen bleibt», sagt Bruno Schallberger. Die Steine werden von Hand oder mit einer Verlängerung, dem Stick, abgegeben.

Die WM in der Curling-Halle im Eiszentrum Luzern dauert bis zum 28. Februar. Spiele finden jeden Tag statt, Publikum ist willkommen.